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  • Kritik: Robin Williams als Haus-Roboter:

    Nach dem stacheligen Kindermädchen "Mrs. Doubtfire" präsentiert der amerikanische Erfolgsregisseur Chris Columbus den Star-Komiker Robin Williams jetzt in einer neuen Parade-Rolle. In seiner romantischen Science- Fiction-Komödie "Der 200-Jahre-Mann" lässt er den Hollywood- Schauspieler als seriell gefertigten Haus-Roboter vom Fließband laufen und liefert ihn als High-Tech-Butler im goldenen Metall-Outfit seinen neuen Besitzern aus.

    Stolz führt Richard Martin (Sam Neill) seiner erstaunten Familie vor, wie einfach er diese hochmoderne Haushalts-Maschine per Fernbedienung steuern kann. Auf Befehl serviert Andrew (Robin Williams) das Essen, putzt, kocht oder repariert defekte Gegenstände. Doch zur Überraschung der Martins entwickelt der Roboter auch menschliche Neigungen wie Kreativität, Neugier und sogar Sympathie.

    Die Vorlage zu dieser amüsanten Mensch-Maschine-Parabel "Der 200- Jahre-Mann" lieferte der amerikanische Science-Fiction-Autor Isaac Asimov mit seiner gleichnamigen Kurzgeschichte, die er bereits Mitte der siebziger Jahre veröffentlichte. Doch erst Jahre später fiel die Story dem deutschen Hollywood-Regisseur und Produzenten Wolfgang Petersen in die Hände, der das große Kino-Potenzial dieses Stoffes erkannte. Gemeinsam mit der amerikanischen Produzentin Gail Katz beauftragte er den Drehbuch-Autor Nicholas Kazan ("Die Affäre der Sunny von B."), diese tragikomische Roboter-Saga für die Leinwand zu adaptieren.

    Sein originelles Skript zu "Der 200-Jahre-Mann" stieß sowohl bei Chris Columbus als auch bei Robin Williams sofort auf Begeisterung. Während der Hersteller den freundlichen, aufgeschlossenen Roboter für eine schlichte Fehl-Konstruktion hält, lernen die Martins immer mehr seine erstaunlichen Qualitäten zu schätzen. Seine größte Zuneigung entwickelt Andrew zu der jüngsten Tochter "Little Miss" (Embeth Davidtz), die zu einer attraktiven jungen Frau heranwächst. Als sie ihren Verlobten heiratet, bricht Andrew vor Kummer fast der Chip.

    Doch sein Schicksal ist vorprogrammiert, denn als Roboter bleibt er für die Menschen immer nur eine Maschine. Um das zu ändern, fordert Andrew sein Recht auf Selbstbestimmung und macht sich auf die Suche nach seiner eigenen Identität. Nachdem ihn der innovative Roboter- Experte Rupert Burns (Oliver Platt) Schritt für Schritt in ein menschliches Wesen mit Haut und Herz verwandelt, kehrt er Jahrzehnte später zur Familie Martins zurück und verliebt sich in Little Miss' Enkelin Portia (Embeth Davidtz).

    Für die Effekt-Spezialisten von "Der 200-Jahre-Mann" bestand die größte Herausforderung darin, für Robin Williams einen Roboter-Look zu kreieren, der dem Humor und den Gefühlen seiner Figur entsprechenden Ausdruck verleiht. Zu diesem Zweck musste Robin Williams während der Dreharbeiten in einen 35 Pfund schweren, mechanischen Metall-Anzug schlüpfen, der aus dreißig verschiedenen Plastik- und Silikon-Komponenten zusammengesetzt wurde.

    Diese aufwendigen Make-Up-Effekte bescherten dem "200-Jahre-Mann" nun eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Beste Maske". Ein futuristisches Design erhielten auch die Zukunfts-Welten in San Francisco, Washington oder New York. Der Einsatz computer- generierter 3D-Animationen und digitaler Effekte ermöglichte es, zum Beispiel Autos über die Brooklyn Bridge fliegen zu lassen.

    In seiner erfrischenden Komödie schickt Columbus die Kinozuschauer auf eine rasante Zeitreise in die unmittelbare Zukunft, in der Robin Williams als fehlkonstruierter Roboter die moralischen Folgen der künstlichen Intelligenz zu spüren bekommt. Diese ungewöhnliche Herausforderung meistert der wandlungsfähige Komiker mit so viel Bravour, dass selbst unter der schweren Metallmontur sein unverkennbarer Ausdruck erhalten bleibt. Seine Entscheidung, das ewige Leben gegen die menschliche Existenz einzutauschen, ist zugleich auch die Botschaft dieser philosophischen Parabel, die passend zum Beginn des neuen Jahrtausends mit viel Herz, Sentimentalität und Spezial-Effekten inszeniert ist.

    Birgit Heidsiek, dpa

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