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  • Kritik: Roadmovie mit Felicity Huffman

    Eine Frau, die einen Mann spielt, der eine Frau sein will: Keine leichte Aufgabe für «Desperate Housewives»-Star Felicity Huffman. Doch sie bringt das Kunststück fertig und macht «Transamerica» zu einem berührenden und erstaunlichen Roadmovie.

    Ihr Bruch mit dem Serien-Image wurde mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Der Film von Duncan Tucker über eine Transsexuelle, die vor der entscheidenden Umwandlungs-Operation zum ersten Mal mit ihrem fast erwachsenen Sohn konfrontiert wird, ist ein mutiges und sehenswertes Aushängeschild der Independent-Film-Szene der USA.

    «Tief im Herzen ist der Film eine altmodische Geschichte über ein Elternteil, ein Kind und Familienbande. Doch diese Menschen leben alles andere als gewöhnliche Leben», erklärt Regisseur Tucker sein Werk. Mit großer Ernsthaftigkeit hat er sich an ein Projekt gewagt, das die so genannten «family values» als Herzstück des konservativen amerikanischen Wertekanons raffiniert auf den Kopf stellt: Eine Frau, die früher ein Mann war, übernimmt spät die Verantwortung für einen Sohn, der auf den Strich ging und von einer Karriere als Porno-Darsteller träumt. Damit aus dieser Konstellation am Ende doch so etwas wie eine Kleinfamilie wird, braucht es viel Toleranz, Respekt, Liebe und Verzeihen: Was sonst macht Familie im besten Sinne aus?

    Die von Tucker geschaffene Figur von Bree, die früher Stanley hieß, ist alles andere als schrill oder extrem. Schrill ist vor allem ihre zu melodramatischen Auftritten neigende Mutter. Bree kleidet sich konservativ in damenhaftem Altrosa, schminkt sich dezent, spricht leise und ist gebildet. Sie ist streng gläubige Christin. Als sie ihren Sohn in New York aus dem Knast holt, lässt sie zu, dass der junge Mann, der seinen Vater nie kennen gelernt hat, sie zunächst für eine Art Missionarin hält, die sich um ihn kümmert um ihn zu bekehren. Zwei Menschen mit verletzten Seelen: In bester Road-Movie- Tradition fährt das Paar im Auto quer durch Amerika nach Los Angeles und begibt sich dabei auf die Reise zu sich selbst. Bree hat den OP-Termin im Sinn und will endlich ihren Penis los werden, ihr Sohn Toby hat mit seinem Geschlechtsteil ganz andere Sachen vor.

    Was «Transamerica» aus dieser Grundkonstellation macht, ist in vielen Situationen durchaus komisch, aber niemals lächerlich. Das ist einerseits dem guten Drehbuch und der sensiblen - aber manchmal etwas betulichen - Regie Duncan Tuckers zu verdanken. Klug war vor allem seine Entscheidung, Stanley/Bree nicht von einem Mann spielen zu lassen, der als Frau gestylt ist.

    dpa

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