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  • Kritik: Ritterlegende neuerzählt mit Blut und Schweiß

    Bei der Legende von König Artus denkt man an edle Ritter, erhabene Frauen, den Prunk des Schlosses Camelot, Hofzauberer Merlin und das Liebesdreieck zwischen dem König, Königin Guinevere und dem Ritter Lancelot. Genau auf alle diese Bilder hat es Hollywoods Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer («Pearl Harbor», «Fluch der Karibik») abgesehen, als er «King Arthur» machte.

    Seine Ritter der Tafelrunde sind ein Haufen ungewaschener, schlecht frisierter, brutaler Söldner im Dienste der Römer, Guinivere und Merlin gehören zu einem Stamm, der im Wald lebt und sich mit blauer Farbe anmalt. Die schöne Keira Knightley aus «Fluch der Karibik» kämpft als Guinevere in einem minimalistischen Lederstreifen-Bikini gegen die Sachsen - und als Bonus für deutsche Zuschauer gibt es einen konzentriert böse dreinblickenden Til Schweiger als blutrünstigen Sachsen-Königssohn.

    Die wahre Geschichte hinter der Legende?

    Bruckheimer und sein Team versprechen nichts Geringeres als die wahre Geschichte hinter der Legende - eine gewagte Aussage, da niemand heute weiß, ob oder wann der sagenumwobene Ritterkönig gelebt hat. «Gladiator»-Drehbuchautor David Franzoni hatte die Idee, dass Vorbild für die Saga ein römischer Kommandant namens Artorius sein könnte. Damit kam die Geschichte ins fünfte Jahrhundert, mitten in der Agonie des einst mächtigen römischen Imperiums.

    Artorius ist nun Sohn eines Römers und einer Britin, seine Ritter, darunter Lancelot, sind Sarmaten, Angehörige eines Stammes irgendwo aus dem Gebiet des heutigen Georgien. Im Namen Roms bewachen sie den Hadrianswall, die gewaltige Mauer, die die Römer quer durch Britannien gebaut haben. Als ihre 15-jährige Dienstzeit abläuft, müssen sie noch einen letzten unmöglichen Auftrag erfüllen: Hinter die Mauer ins Reich eines gefährlichen Stammes unter Führung des Schamanen Merlin gehen und einen jungen Adligen, der Kaiser in Rom werden soll, vor den vordringenden Sachsen retten. Eine Art Rettungsaktion für den Soldaten James Ryan im dunklen Zeitalter.

    Ritter als eine Art Sondereinsatztruppe

    Die Rolle von Arthur bekam der Brite Clive Owen, der als möglicher neuer James Bond gehandelt wird und durch den Film «Der Croupier» und als Fahrer in BMW-Werbesports bekannt wurde. Vor allem er und sein zentraler Gegenspieler, der Schwede Stellan Skarsgard als Sachsen- Anführer Cerdic, bringen Freude am Spiel in den Film. Mit Arthurs Rittertruppe hätte man auch gleich die «Drei Musketiere» drehen können: Da ist der tollkühne Lancelot, der feinfühlige Galahad und der gesellige und gefährliche Bors, von dem die berüchtigten englischen Fußball-Fans abstammen könnten.

    Action-Spezialist Bruckheimer brachte die fremdländische Saga erst einmal in seine vertraute Welt zurück. Die Ritter seien eigentlich eine Art Sondereinsatztruppe, erklärte er seine Vision in einem Interview. Daher beriet ein Ex-US-Marine das Team bei den Schlachten. Man denkt manchmal, dass Bruckheimer immer den selben Film drehen lässt: viel Zeitlupe, schneller Schnitt, monumentale Musik. Auch die Kostümdesignerin fand den Bezug zur Gegenwart: «Sie sind die Rockstars ihrer Zeit.» Deshalb tragen sie als gute Jungs Leder, während die bösen Sachsen in Fell durchs Bild trampeln. Regisseur Antoine Fuqua («Training Day») wollte alles so realistisch wie möglich zeigen: Ein fast ein Kilometer langer Abschnitt des römischen Walls und zwei Dörfer wurden in Irland nachgebaut, die Schauspieler mussten drei Monate lang intensiv trainieren und Owen erstmal reiten lernen. Auch Knightley durfte am Ende mit Schwert und Axt kämpfen und brennende Pfeile abschießen.

    Keira Knightley fand knappes Leder-Outfit praktisch

    Ihr knappes Leder-Outfit fand sie dabei am Ende sogar ganz praktisch: «Es war ein ziemlich heißer Sommer in Irland, und die anderen in ihren dicken Klamotten haben ganz schön gelitten». Eigentlich hätten die alten Pikten-Stämme ganz nackt und mit blauer Farbe bemalt gekämpft, vertraute Knightley in einem Interview an. «Aber wenn im Kampf die Brüste immer hin und her springen würden, das hätte schon etwas vom Geschehen abgelenkt.»

    Bei allen Bekenntnissen zur Authentizität griffen die Macher von «King Arthur» tief in die digitale Trickkiste. In Kampfszenen wurden gefährliche Waffen oft nachträglich per Computer reingeklebt oder verlängert. Aus dem Computer kamen auch Pfeile und in einer Szene sogar die Narbe im Gesicht eines Darstellers. Und in der großen Kampfszene gegen die Sachsen auf einem vereisten See war nie eine echte Schneeflocke zu sehen: Die Sequenz wurde komplett auf einer grünen irischen Wiese gedreht und am Computer bearbeitet.

    dpa

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