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  • Kritik: Richard Linklater verfilmte USBestseller

    Komplizierte politische oder gesellschaftliche Probleme vermittelt Hollywood am liebsten nach dem Rezept: Viele Stars, interessante Details und abwechslungsreiche Dialoge. So hat es Michael Moore mit seinem Film «Bowling for Columbine» über den Gebrauch von Schusswaffen gemacht.

    George Clooney versuchte nach einem ähnlichen Muster mit «Syriana», die Verstrickung von US-Konzernen in Kriege und Verschwörungen zu verdeutlichen. Ex-Vizepräsident Al Gore erklärte in «Eine unbequeme Wahrheit» auf diese Weise die Auswirkungen des globalen Klimawandels.

    In «Fast Food Nation» geht Regisseur Richard Linklater («Before Sunset») vergleichbar vor: Er inszeniert ein packendes menschliches Drama mit interessanten Charakteren, dargestellt von Greg Kinnear, Ethan Hawke, Patricia Arquette, Avril Lavigne und Kris Kristofferson. In dem Film geht es darum, wie beispielsweise illegale Einwanderung und brutale Schlachtmethoden mit der Fastfood-Industrie zusammenhängen.

    Alles dreht sich darum, billige Burger zu servieren, die eine übergewichtige Nation gedankenlos in sich hineinstopfen kann. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller-Sachbuch von Eric Schlosser von 2001, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat.

    Kinnear spielt Don Henderson, einen Marketing-Manager der fiktiven Fastfood-Kette Mickey's. Er macht sich auf den Weg nach Colorado, um herauszufinden, warum Kolibakterien in den Verkaufsschlager «The Big One» geraten sind. Gleichzeitig zeigt die Kamera eine Gruppe von Mexikanern, die illegal die Grenze überqueren und gefährliche Jobs in einem Fleisch verarbeitenden Betrieb annehmen.

    Währenddessen bekommt ein Teenager Gewissensbisse: Bisher hat das Mädchen bei Mickey's sein Taschengeld aufgebessert, jetzt schließt es sich einer Aktivistengruppe an, die Stimmung gegen Großkonzerne macht. «Fast Food Nation» kritisiert auf elegante Weise das moderne Amerika und ist ein äußert sehenswerter Film.

    Linklater hebt den Zeigefinger, ohne schulmeisterlich zu wirken. Er wendet dabei seine größte Stärke an: Dialoge äußerst unterhaltsam zu inszenieren. Bei der US-Kritik kam der Film gut an, beim Publikum weniger. Hollywood-Star Bruce Willis bringt es bei einem kurzen Auftritt in dem Film auf den Punkt: «Die meisten Leute mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, was gut für sie ist».

    Carla S. Reissman, dpa

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