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  • Kritik: Richard Donners Thriller "Fletcher"s Visionen" - Oscarpreisträger spielt paranoiden New Yorker Taxifahrer

    Richard Donners Thriller "Fletcher"s Visionen" - Oscarpreisträger spielt paranoiden New Yorker Taxifahrer

    Frankfurt/M (AP) Gnade dem, der irgendwo in Manhattan sich ausgerechnet das Taxi von Jerry Fletcher zur Fortbewegung heranwinkt! Nicht, daß er Gefahr liefe, betrogen, ausgeraubt oder gar erschlagen zu werden. Fletcher ist kein Krimineller. Vielmehr fühlt sich der adrette, aber völlig in seine Wahnwelten versponnene Mann umgeben von kriminellen Verschwörungen. Denn der Taxifahrer ist ein klassischer Paranoiker. Uberall glaubt er Zeichen und Zeugnisse geheimer Konspirationen zu erkennen. Und seinen Fahrgästen erzählt er wie ein Wasserfall von kommenden Attentaten und der drohenden UN-Machtübernahme in Amerika.

    Menschen wie Fletcher gibt es auf dieser so unübersichtlich gewordenen Welt immer mehr, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Für solche Trends hat Hollywood schon immer ein besonders feines Näschen gehabt. Der Film "Fletcher"s Visione", der am 6. November in den deutschen Kinos startet, verarbeitet den Stoff mit Spannungsdramaturgie und Starbesetzung zu einem originellen, wenngleich recht seltsamen Thriller. Richard Donner, der Regie führt und auch als Mitproduzent auftritt, hat sich alle Mühe gegeben, ein sperriges Thema in populärer Verpackung zu präsentieren. Völlig gelungen ist es ihm aber keineswegs.

    Denn Donner wagt sich an ein brisantes Thema, ohne auf dessen Publikumswirksamkeit wirklich zu vertrauen. So ist ein halbherziger Film entstanden, der letztlich weniger auf die beklemmende Studie eines Paranoikers als auf oberflächliche Actionszenen setzt. Mit dem mühsam gedrechselten Happy-End wird schließlich auch der letzte Rest Bedrohlichkeit aus der Handlung ventiliert. Mel Gibson in der Hauptrolle gibt sich alle Mühe, einen glaubhaften Charakter abzuliefern. Doch manchmal ist ihm die Mühe anzusehen, aus dem gutaussehenden Burschen, der er nun mal ist, einen verwirrten Einzelgänger mit manischer Sammelwut zu formen.

    Fletchers Beziehung zu der jungen Anwältin Alice ist nicht sonderlich glaubhaft, stört aber auch nicht. Denn Alice wird von Julia Roberts gespielt, die fast jeder gerne sieht. Diesmal muß "Pretty Woman" sehr blaß geschminkt im Labyrinth der fiktiven und wirklichen Verschwörungen herumirren und sich wie Gibson des glatzköpfigen Bösewichts Dr. Jonas (Patrick Stewart) erwehren. Der ist der Anführer einer Geheimorganisation, die sich von Fletcher bedroht fühlt und ihm nach dem Leben trachtet. Was und wie alles zusammenhängt und ob es überhaupt Sinn macht, ist letzlich egal. Denn um es frei nach Fletcher zu sagen: Verschwörungen, die man verstehen kann, sind gar keine.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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