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  • Kritik: Rene Heisigs vielversprechendes Debüt mit guten Akteuren:

    Trucker Michael liebt seinen Sattelschlepper mehr als seinen Sohn Paul. Dabei braucht der seinen Vater mehr als alles andere - er ist nämlich lebensgefährlich an Blutkrebs erkrankt. Um endlich einmal wieder länger mit seinem Vater zusammen zu sein, der vor dem Ehe- und Erziehungsstreß ins Single-Dasein geflohen ist und seinen Sohn mit Geschenken abspeist, versteckt sich der Zehnjährige in der Fahrerkabine.

    Erst jenseits der Grenze wird er entdeckt - und es beginnt eine turbulente Reise durch Frankreich, die schließlich am Traumziel des Jungen endet: am Meer. Doch das Happy-End findet ein abruptes Ende. Pauls Krankheit bricht aus, er muß sofort ins Krankenhaus.

    Zerrüttete Familien, Scheidungswaisen, zwischen Vater und Mutter hin und her gerissen: Rene Heisig gelingt in seinem Road-Movie "Pauls Reise" die originelle und sensible Variation eines fast schon klassischen Kino-Themas. Dazu tragen zunächst die beiden Hauptdarsteller bei. Peter Lohmeyer - gegenüber seinem letzten Filmauftritt als überzeichneter Kommissar in "Zugvögel" vorteilhaft gebändigt - als Vater, der es lernt, die Verantwortung für seinen Sohn zu übernehmen und dabei sogar den Geschäftserfolg hintenan stellt, und Niccolo Casagrande als Paul, der sich die Liebe seines Vaters erkämpft.

    Unterstützt werden die beiden von der Musik der Deutschrocker "Fury In The Slaughterhouse" und grandiosen Landschaftsaufnahmen. Hinzu kommen Heisigs Sorgfalt für Details in Wort und Bild und eine spannungsvolle Mischung aus Witz, Dramatik und Gefühl. Wenn in deutschen Filmen allerdings Gefühle angesagt sind, ist erfahrungsgemäß Vorsicht angebracht. Rene Heisig aber gelingt der Ritt entlang des Grats zwischen Kitsch und Sentiment, ohne in Gefühlsduseligkeit abzustürzen.

    Dabei hilft auch, daß das Ende offen bleibt: Kann Pauls Krankheit besiegt werden? Werden sich auch seine Eltern versöhnen? Nur 2,2 Millionen Mark standen dem Münchner für seinen vielversprechenden Debütfilm zur Verfügung. Dafür aber gelang ihm ein Film, der sich auf leisen Sohlen in die Herzen der Zuschauer schleichen sollte: nicht nur in die von Kindern und Jugendlichen, sondern auch in die der Erwachsenen.

    Jürgen Schön, AP

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