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  • Kritik: Remake eines Remakes

    Menschenfreundliche Mainstream-Komödie für einen netten Kinoabend

    Nun legt das "American Pie"- Regieduo Chris und Paul Weitz ein Remake des Remakes vor: Die familientaugliche Fantasy-Komödie "Einmal Himmel und zurück". Kleine Varianten gibt`s: Statt eines Boxers beziehungsweise Footballspielers ist es diesmal ein erfolgloser schwarzer Stand-Up-Komödiant, der vom Geschäftsführer des Paradieses, das einem smarten Club der 50er Jahre gleicht, zurück nach New York City geschickt wirkt.

    Der Protagonist Lance Barton, gespielt vom Komiker Chris Rock ("Lethal Weapon 4") in seiner ersten Starrolle, muss dafür in die weiße Haut des skrupellosen Manhattan-Moguls Charles Wellington schlüpfen, der gerade von seiner Frau ermordet wurde. In der Rolle des ihm in jeder Beziehung fremden Mannes kommt sich der Loser Lance endlich selber auf die Spur und findet zu Wahrheit, Liebe und künstlerischem Erfolg. Zunächst muss er aber noch dubiose Krankenhaus-Geschäfte Wellingtons ins rechte Lot rücken und vielen armen Patienten helfen. Auf diesem Wege trifft er auch die schwarze Aktivistin Sontee (Regina King), die nach anfänglicher Abneigung den Seelenverwandten in ihm erkennt.

    Für seine Umwelt hat Lance die Erscheinung des alten, dicken Wellington - der Kinobesucher sieht allerdings meistens den jung- dynamischen Chris Rock, der seine Rolle mit fast naivem Eifer und leuchtenden Augen spielt. Im Kontrast zwischen dem Schwarzsein des Helden und den Reaktionen der anderen auf den vermeintlichen weißen Kapitalisten liegt der wesentliche Gag-Ansatz des Films: etwa, wenn der Held hingebungsvoll rappt - und die anwesenden Farbigen sich dadurch provoziert fühlen und ihn k.o. schlagen.

    Die Regisseure Chris und Paul Weitz haben hehre Absichten: Neben den Themen Selbst- und Wahrheitsfindung wagen sich die Brüder an eine wenn auch komödiantische Abrechnung mit dem Rassismus. Die gelingt ihnen - jedoch in sehr schlichter Machart. Bereits in der ersten Szene, in der ein weißer Türsteher den schwarzen Ankömmling automatisch auf den Dienstboteneingang verweist und dieser darauf so gewitzt wie bitter reagiert, erfährt der Zuschauer die Botschaft, die er auch im Laufe der Handlung keinesfalls missverstehen kann. Die Idee zu dieser Neufassung soll Chris Rock, der auch am Drehbuch mitschrieb, übrigens beim Lunch mit Warren Beatty gekommen sein.

    "Einmal Himmel und zurück" wirkt typisch amerikanisch in seiner pädagogischen Art, die demokratischen Werte der Nation ohne Zwischentöne und für einfachste Gemüter verständlich zu übermitteln. Dabei ist der Einsatz für die Würde der Farbigen im Film zwar löblich, aber nicht besonders mutig oder progressiv. Box-Office- Erfolge von Eddie Murphy ("Der verrückte Professor"), Chris Tucker ("Rush Hour") oder den Wayans-Brüdern ("Scary Movie") sprechen längst für sich.

    Auch der Humor des schnellen, handlungsbetonten Streifens bleibt trotz manch gelungenem Wortwitz simpel. Da überrascht es nicht, dass selbst die Romanze zwischen Lance im feisten Körper des Erzkapitalisten und der aparten Sontee sehr zahm und nicht wirklich nachfühlbar wirkt. Wer das jedoch alles nicht zu ernst nimmt, kann sich mit dieser menschenfreundlichen Mainstream-Komödie immer noch einen netten Kinoabend machen.

    Ulrike Cordes, dpa

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