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  • Kritik: Remake der Superlative

    Größer, authentischer und beeindruckender als das Original - so hat Regisseur Peter Jackson seine Neuverfilmung des Klassikers «King Kong» angekündigt. Dank seiner ungezügelten Fantasie und modernster Computertechnik kann der Neuseeländer diese Versprechen fast alle einlösen.

    Sein Riesenaffe wirkt verblüffend echt. Die Schlachten mit blutrünstigen T-Rex-Sauriern, Fleisch fressenden Würmern oder schleimigen Asseln sind atemberaubend, die Verfolgungsjagden mit einer ganzen Brontosaurier-Herde und mannshohen Spinnen schweißtreibend.

    "Dieser Gorilla hat ein Herz und eine Seele"

    Wenn sich King Kong in die von ihm entführte, blonde Menschenfrau verliebt, dann stimmt der Kinozuschauer Jacksons Aussage zu: «Dieser Gorilla hat ein Herz und eine Seele.» Doch bei aller Tricktechnik, einer Detail versessenen Ausstattung und einem ausgeklügelten Drehbuch bleibt dennoch etwas auf der Strecke: die Magie, der tiefere Sinn. Wo Jackson seine Helden in der «Herr der Ringe»-Trilogie noch gegen das Böse im Menschen kämpfen ließ, da fehlt in «King Kong» einfach die so genannte Meta-Ebene.

    In einer Mischung aus «Jurassic Park», «Godzilla», «Titanic» und «Alien» bietet Jackson alles auf, um den Zuschauer über drei lange Stunden bei der Stange zu halten. Erst nach 70 Minuten taucht der Affe zum ersten Mal auf. Bis dahin zeigt Jackson in fast überfrachteten Bildern das Leben im New York der 30er Jahre zwischen Armut, Rezession und Laster. Die arbeitslose Varieté-Tänzerin Ann (stets zum schrillen Entsetzensschrei bereit: Naomi Watts) wird von einem windigen Produzenten (grandios: Jack Black) für ein dubioses Filmprojekt angeheuert. Gedreht werden soll auf einer fernen, noch unerforschten Insel.

    Der deutsche Schauspieler Thomas Kretschmann spielt überzeugend den zupackenden, rauhen Kapitän des maroden Kahns, der die Filmcrew an den Drehort bringt. Mit dabei ist außerdem der Autor Jack (wunderbar: Adrien Brody), der sich fast auf den ersten Blick in die schöne blonde Ann verliebt. Auf der Insel werden die Filmleute von feindseligen Eingeborenen empfangen, die Jackson mehr als tierische, schwarze Monster denn als unverstandene Menschen zeigt. Die weiße Frau opfern die Schwarzen dem König Kong - King Kong.

    "Gollum" erweckt auch King Kong zum Leben

    Andy Serkis, der in «Der Herr der Ringe» bereits die Schattenkreatur Gollum verkörperte, erweckt mit seinen auf den computeranimierten Gorilla übertragenen Bewegungen das Monster zu beeindruckendem Leben. Allein 130 verschiedene Punkte in Serkis' Gesicht waren mit dem Computer verbunden, so dass King Kong von Wut bis Verzweiflung alle Gefühle zeigen kann.

    Jackson hat sich in seiner 207-Millionen-Dollar-Produktion eng an das Original von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack aus dem Jahr 1933 gehalten. So wird es bis zur Befreiung von Ann und dem traurigen Ende des als Attraktion nach New York verschifften Affen etwas rührselig. Die Liebe zur weißen Frau kostet den Gorilla das Leben. Witzig und charmant ist dagegen die Tanzeinlage, die Ann zur Erheiterung von King Kong gibt.

    Höhepunkt dieser verhängnisvollen Affäre ist dann aber eine kitschige Eislaufnummer vor dem Hintergrund des weihnachtlich illuminierten Central Park. Die legendäre Szene, in der King Kong auf dem Empire State Building gegen die das Hochhaus umkreisenden Flugzeuge kämpft und tapfer seine blonde Freundin verteidigt, hat Jackson dann aber wieder prima hinbekommen. «Wenn ich einen Film mache, dann nicht, um damit Erfolg zu haben, sondern weil ich ihn sehen will», sagt der Regisseur.

    dpa

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