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  • Kritik: Regie, Hauptrolle und Produktion - Clint Eastwood scheitert in "Absolute Power"

    Hamburg (AP) Schade eigentlich, daß nicht der alte Clint Eastwood diesen Film gedreht hat. Der wäre nämlich einfach in das Büro des Präsidenten marschiert, hätte die Tür aufgekickt, und das wär's gewesen. So aber sehen wir 120 Minuten lang Eastwood in allerlei Verkleidungen durch Straßen wandern, zwischenduch bemalen Hände schier endlos einen Zeichenblock. "Absolute Power" ist der jüngste Film des alten Action-Helden und seit Jahren der Langweiligste. Dabei ist der Superstar gleichzeitig Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur.

    Er spielt den Meisterdieb Luther Whitney, der noch einen Cuop landen will, ehe er sich zur wohlverdienten Ruhe setzt. Bei dem Einbruch in eine Luxusvilla wird er jedoch Zeuge, wie der Präsident der USA seine mit einem Multimillionär verheiratete Geliebte verprügelt, und dann der Geheimdienst die Frau erschießt. Es folgt eine Hetzjagd auf den Einbrecher, denn der hat, sicher ist sicher, neben den Millionen auch gleich ein Beweisstück mitgenommen.

    Ein wildes Hin-und-Her zwischen Geheimdienst, Polizei, einem Lohnkiller und Luther entbrennt. Und damit der alternden Star auch ein paar Gefühle zeigen kann, gibt es da noch seine Tochter, um die er sich wegen seiner Kriminellen-Karriere nie gekümmert hat, die er aber über alles liebt. Als auch sie wortwörtlich ins Visier der Killer gerät, weiß der Dieb: Er muß die Wahrheit ans Licht bringen, sonst bleibt die Schuld an ihm kleben.

    Fast alles an diesem Film ist uninspiriert und dröge: Eastwoods Regie fehlt der Kick, um die Schauspieler zum Leben zu erwecken. Gene Hackmann als bösartiger und berechnender Präsident ist zu klischeebehaftet, der bullige Ed Harris als Ermittler streut seine üblichen Machogesten ein und wirkt wie ein Übrigbleibsel aus einer Krimiserie von 1970. Und der 66jährige Eastwood als Darsteller scheitert daran, den mit dem Alter ringenden Mann so überzeugend zu geben wie vor ein paar Jahren in "In the Line of Fire" unter der Regie von Wolfgang Petersen.

    "Absolute Power" ist nur etwas für wirklich eingeschworene Clint Eastwood-Fans. Und auch die wären mit einem Video von "Dirty Harry" besser bedient. Wer den Film trotzdem nicht versäumen will, hat ab 22. Mai in den deutschen Kinos Gelegenheit, den Star bei der Arbeit zuzuschauen.

    Von AP-Korrespondent Claus-Peter Tiemann

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