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  • Kritik: Rasante Komödie mit Kulturschock:

    Michael Felgate ist ein Brite, der sich sehr wohl fühlt in New York. Schließlich hat er einen guten Job als Auktionator und weiß seine Ware bestens zu versteigern. Vor allem glaubt er, in der Lehrerin Gina Vitale die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Das Paar kennt sich zwar erst ein paar Monate, aber das hindert den verliebten Auktionator nicht daran, der dunkelhaarigen Angebeteten auf höchst originelle Weise einen Heiratsantrag zu machen.

    Alles könnte also wunderbar sein, doch Gina fällt ihrem Michael nicht um den Hals, sondern rennt weinend davon. So beginnt die amerikanische Komödie "Mickey Blue Eyes", die ab 4. November in den Kinos laufen wird.

    Wer sich für diesen Film entscheidet, wird bald erfahren, was es mit Ginas plötzlichem Kummer auf sich hat: Sie entstammt nämlich einer berüchtigten Mafiosi-Familie, die keine Vorbehalte gegen den manchmal etwas unbeholfenen Briten hegt, aber wie selbstverständlich davon ausgeht, dass ein neues Familienmitglied auch zu kleinen "Gefälligkeiten" bereit zu sein hat. Michael, auf der Suche nach der Geflüchteten, lernt erst ihren Vater Frank Vitale kennen, dann auch noch andere knorrige Gestalten aus der Sippe.

    Um seiner Gina das Ja-Wort zu entlocken, muss ihr Michael versprechen, sich auf gar keinen Fall von der Mafia-Verwandtschaft in dunkle Machenschaften ziehen zu lassen. Doch das ist, wie der Film auf manchmal aberwitzige, stets amüsante Weise zeigt, leichter gesagt als getan. Zumal der mächtige Onkel Vito einen ziemlich abgedrehten Sohn hat, der sich ohne jeden Grund für einen begnadeten Maler hält und dessen Machwerke Michael bei seinen Versteigerungen an den Mann bringen soll, was absurderweise auch gelingt. Doch das erweckt das berechtigte Misstrauen des FBI, der eine raffinierte Form von Geldwäsche dahinter vermutet.

    Kurzum, der gute Michael gerät zwischen alle Fronten. Doch da er das aus dem besten aller Gründe tut, nämlich aus Liebe, gibt es keinen Grund, ihm und seiner Gina das Happy End zu verweigern. Wie es dahin kommt, muss natürlich im Kino überprüft werden. Die Einladung dazu wird auf bekannt charmante Art präsentiert von Hugh Grant in der Hauptrolle des Michael. Der höfliche Brite unter diesmal mehr als nur hemdsärmeligen Amerikanern, das ist gewiss eine Paraderolle für den 39-jährigen Kinoliebling, der erst unlängst an der Seite von Julia Roberts in "Notting Hill" großen Erfolg hatte.

    Doch Grant wirkt in dem neuen Film noch befreiter und glaubwürdiger. Man spürt, dass er an der Ausarbeitung des Drehbuchs, von dem kanadischen Regisseur Kelly Makin gelungen inszeniert, beteiligt war und seine Stärken zur Geltung zu bringen weiß. Als Frau an seiner Seite ist die resolute Amerikanerin Jeanne Tripplehorn zu sehen, eine aparte Erscheinung, die viel Temperament entwickeln kann. Erfreulich ist das Wiedersehen mit Mafia-Spezialisten James Caan, der Ginas Vater Frank verkörpert.

    Der unvergessliche Sonny Corleone aus Francis Ford Coppolas "Der Pate" von 1972 zeigt immense Freude daran, sich ein wenig selbst auf den Arm nehmen zu dürfen. Mit James Fox, Burt Joung und dem einmal mehr köstlichen Schwergewicht Joseph Vitrelli, der für Mafiosi-Rollen geboren scheint, wirken in dem sorgfältig gemachten 105-Minuten-Streifen weitere Darsteller erster Güte mit. Es ist also ein rundum gelungenes Vergnügen, was den Kinobesucher mit "Mickey Blue Eyes" erwartet.

    Wolfgang Hübner, AP

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