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  • Kritik: Psycho-Krimi mit Franka Potente

    Ein eigenes Schlaraffenland wollten sie sich schaffen, doch die sieben jungen Leute geraten ungewollt in einen Strudel aus Gewalt, Hass und Gier.

    Mit dem Kino-Regiedebüt "Schlaraffenland" von Tatort-Autor Friedemann Fromm kommt am 28. Oktober ein Kriminalfilm in die Kinos, der der Gesellschaft in zum Teil brutaler Art den Spiegel vorhält. Die zentralen Themen wie Freundschaft, Geld und Macht sind mit einem Star-Aufgebot an deutschen Schauspielern sensibel umgesetzt - von Franka Potente bis Heiner Lauterbach.

    "Aber die eigentliche Hauptrolle spielt eine siebenköpfige Riege talentierter junger Schauspieler", sagte Regisseur Fromm. Sie verkörperten die Wünsche und Ängste einer Generation, die ununterbrochen auf der Suche nach dem nächsten Kick ist.

    Freiwillig eingeschlossen in einem riesigen Einkaufzentrum feiern die sieben eine Konsum-Orgie zwischen prall gefüllten Regalen mit Klamotten, Videospielen und CDs. Doch in ihr Fest der Sinne aus Sex und Drogen platzen die "schwarzen Sheriffs". Die von Pops (Heiner Lauterbach) angeführte Wachschutzgruppe soll eigentlich die Einnahmen des Weihnachtsgeschäftes bewachen, doch sie spielt eine falsches Spiel. Bei dem geplanten Raub des Tresors kommen ihnen die Jugendlichen gerade recht, um sie ins offene Messer laufen zu lassen.

    Die vier Ordnungshüter Pops, Wolfi (Jürgen Tarrach, "Die Musterknaben"), Mona (Franka Potente) und Michi (Roman Knizka) beginnen ihren Kampf um das Geld, der zu einen Kampf "Mann gegen Mann" wird. Mona, die als gescheiterte Kripo-Beamtin gerade erst zu Pops Truppe gestoßen ist, ahnt zunächst nichts von dem falschen Spiel und wechselt die Seiten.

    "Sie spielt zwar keine Mutterfigur, aber sie verkörpert eine erwachsene Frau mit Mut und Zivilcourage", sagte Fromm über die neue Rolle von Franka Potente. Die 25 Jahre alte Schauspielerin, die in diesem Jahr mit dem "Deutschen Filmpreis" für ihre Rolle in "Lola rennt" ausgezeichnet wurde, überzeugt nach verschiedenen Hauptrollen in einer charakterstarken Nebenrolle.

    Friedemann Fromm hat sich nach seinem Erfolgs-Tatort "Klassenkampf" (1994) über Gewalt an Schulen wieder eines unbequemen Themas angenommen. Ihn reize der filmische Blick hinter die Fassade, auf das, "was wir täglich erleben, aber nur schwer diskutieren können und wollen", erklärt der 36-Jährige. Der Kinofilm gehe der Frage nach, woher die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen kommt und welchen Anteil die Elterngeneration daran hat.

    "Wir leben in einer Zeit, in der die Kreditkarte mehr zählt als Freundschaft", kritisiert Fromm, dessen Bruder Christoph Fromm das Drehbuch geschrieben hat. Die heutige Jugend sei geprägt von der Gier nach Luxus, aber "gelernt hat sie das von der Eltergeneration".

    Für die Gratwanderung der Jugendlichen zwischen Liebe und Hass, Schwäche und Macht hat Fromm die sieben Jugendlichen vor den Dreharbeiten zunächst aus ihrem eigenen Leben erzählen lassen. Zwar hätten allesamt bereits Film- oder Theatererfahrung, aber trotzdem habe er drei Wochen lang jeden Tag sechs bis sieben Stunden mit den Jungschauspielern geprobt, damit sie mit den im Film gezeigten seelischen Probleme besser umgehen können.

    Juliane Albrecht, dpa

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