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  • Kritik: Proleten-Chaos im "Ballermann 6":

    Köln (dpa) - Ganze zwei Tage haben die beiden Chaoten Tommie und Mario in filzigen Karnickel-Kostümen als Osterhasen gejobbt, bis sie der Chef wegen "Unfähigkeit" feuert. Von diesem Schock wollen sich Tommie (Tom Gerhardt) und sein italienischer Freund (Hilmi Sözer) erst einmal auf dem "Teutonengrill Mallorca" erholen. Mit einem miesen Trick ergattern sie die letzten zwei Tickets für einen günstigen Dreitages-Trip auf die Insel. Dort steht "der größte Sangria-Eimer der Welt", in dem die beiden Prolls nach dem Sinn des Lebens tauchen wollen.

    Tom Gerhardt vertraut in seinem zweiten Kinofilm "Ballermann 6" erneut auf den schlechten Geschmack seiner Fans. Wie auch schon bei seinem Erstling "Voll Normaaal" (1994) jagt ein derber Gag den nächsten. So zeichnet die Kamera fast liebevoll nach, wie sich der betrunkene Tommie im Charterflieger über den Köpfen der Passagiere erbricht: Gelbe Brocken segeln in Zeitlupe über die Leinwand. Jenseits der Ekelgrenze liegt auch das uringetränkte Sauerkraut am spanischen Strand und die braune Brühe, die aus den Wasserhähnen im mallorquinischen Hotel sprudelt. So "blöd" wie in "Ballermann 6" sei er noch nie gewesen, sagte Gerhardt bei der Präsentation seines "Werkes mit kulturgeschichtlicher Bedeutung".

    In der Tat stellen sich Tommie und Mario bei der Suche nach dem alkoholträchtigen Proleten-Gral ziemlich dämlich an. "Warum muß das Freisaufen immer so teuer sein, eyyy", fragen sie sich angesichts der Bierpreise in einer Strandbar in El Arenal. Mit der Reparatur eines Jet-Skis wollen die beiden gelernten Mechaniker auf die Schnelle ihr Budget aufbessern.

    Sie motzen den Wasserroller mit Chrom und Raubtierfell auf und frisieren den Motor - vergessen aber die kaputte Lenkung. Ausgerechnet Schlagerbarde Jürgen Drews, auch im wirklichen Leben ein häufiger Gast auf der Ferieninsel, setzt sich auf die Höllenmaschine und wird damit im wahrsten Sinne des Wortes zum "running gag" des Films: Immer wieder rast er völlig hilflos durchs Bild, düst im Mittelmeer an Ibiza vorbei, kurvt über das Eismeer und landet schließlich im Rhein bei Köln.

    Mit der blonden Jetset-Biene Maja (Anja Frank) reißen die beiden gescheiterten Mechaniker schließlich ein vermeintlich "williges Weib" auf. Nach einer durchzechten Nacht mit der Schönen erreicht das Duo endlich die sagenumwobene Teutonentränke Ballermann 6. "Jetzte könne wir sterben, wir habene das Paradies gesehe", freut sich Mario ein wenig zu früh. Rund um den mannshohen Sangria-Trog lauern lauter alte Bekannte, die mit Mario und Tommie noch ein Hühnchen zu rupfen haben.

    Gernot Roll, der mit "Ballermann 6" sein Regiedebüt abliefert, hat aus Gerhardts Drehbuch einen temporeichen und turbulenten Slapstick- Film gemacht. In der Branche war Roll bislang als Kameramann gefragt ("Rossini", "Jenseits der Stille"). Erfolgsproduzent Bernd Eichinger habe den Film "so schnell wie möglich" auf den Markt bringen wollen, sagte Gerhardt. Das Buch schrieb Gerhardt innerhalb von zwölf Wochen. Für die Dreharbeiten blieben knapp zwei Monate Zeit.

    Von Katja Kullmann, dpa

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