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  • Kritik: Premiere: "007 - Der 'Morgen' stirbt nie" - Bond erledigt Medientycoon

    Hamburg (dpa). Die Macher der James-Bond-Filme haben die Hand am Puls der Zeit. Der Kalte Krieg ist vorbei, Drogen- und Russenmafia bieten auch keine fetten Schlagzeilen mehr: Der Bösewicht im neuen 007-Abenteuer "Der 'Morgen' stirbt nie", der heute in Hamburg Deutschland-Premiere feiert, ist ein machthungriger Medientycoon. Und der produziert kriegerische News lieber selbst und in seinem weltweiten Satellitennetz verbreitet, als der Aktualität hinterherzurennen.

    Wer anders als der Superagent könnte diese ins grotesk Kriminelle gesteigerte Mischung aus dem amerikanischen CNN-Chef Ted Turner und dem australischen Zeitungsverleger Rupert Murdoch bei seinem größten Coup bremsen? Keine leichte Aufgabe für den 48jährigen Iren Pierce Brosnan, der mit seinem Debüt in "Goldeneye" vor zwei Jahren weltweit die James-Bond-Rekordsumme von 350 Millionen Dollar eingespielt hat. Doch - und das ist keine Überraschung - natürlich gewinnt er auch diesmal.

    Bond-Fans wissen, was sie ab nächstem Freitag in den Kinos erwartet: Ein größenwahnsinner, reicher Schurke (Jonathan Pryce), fiese Helfer (allen voran der deutsche Zweimeter-Mann Götz Otto), ein schönes Bond-Girl (Michelle Yeoh) und jede Menge trickreicher Spezialeffekte aus dem Lager des nimmermüden Geheimdienst-Tüftlers "Q". Er hat für die Sicherheit des Spions und zur Erbauung des Publikums diesmal unter anderem eine fernsteuerbare BMW-Limousine und ein überaus vielseitiges Handy ersonnen.

    Derart ausgestattet setzt sich Brosnan alias Bond, gerade von einem spektakulären Einsatz unter internationalen Waffenhändlern im Film-Vorspann zurück, auf die Fährte von Elliot Carver. Carver steuert von seiner Firmenzentrale in Hamburg aus die weltweit erscheinende Tageszeitung "Der Morgen" und ein TV-Satellitennetz. Sein Endziel: Die totale Kontrolle des globalen Medienmarktes. Sein Problem: In China erhält er keine Sendelizenz. Um das zu erreichen, versenken Carvers Leute ein britisches Kriegsschiff vor der chinesischen Küste. Seine Medien schieben den Angriff sofort den Chinesen in die Schuhe. Der Dritte Weltkrieg steht kurz bevor.

    James Bond findet in diesem Elliot Carver einen zeitgemäßen High- Tech-Gegenspieler. Doch bevor er ihn beim letzten Showdown zu Mus machen kann, schickt Regisseur Roger Spottiswoode ("Scott Huutsch") den smarten Agenten durch ein Feuerwerk von Spezialeffekten und Verkehrsturbulenzen. Dabei bieten die ersten zwei Drittel des Films noch viel Humor und durchaus treffende Ironie. Nach einer amüsant- rasanten Verfolgungsjagd in einer Hotelgarage, bei der Bonds BMW die Mercedes-Konkurrenz ganz dumm stehen läßt, nach einer wilden Motorrad-Hatz über Straßen und Dächer einer vietnamesischen Stadt und einem halsbrecherischen Fallschirmsprung wirkt das große Finale jedoch eher schwach: Der verheißungsvolle Auftakt endet in dumpfer Knallerei und konventionellen Action-Mustern.

    Sex und knisternde Erotik wie in den guten alten Zeiten Sean Connerys hat dieser starke Bond-Film leider kaum zu bieten (Ausnahme: Szenenfoto). Das liegt weder am Bond-Girl Michelle Yeoh, die sich schön, zäh und äußerst angriffslustig zeigt, noch an Pierce Brosnan, der spätestens jetzt als der Bond-Darsteller für das nächste Jahrtausend gelten kann. Vielmehr legen die Produzenten den Schwerpunkt auf Action, um das Massenpublikum in mehr als hundert Ländern der Welt zu erreichen - und das funktioniert nur mit einer Freigabe schon für Teenager.

    Von Karin Zintz, dpa

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