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  • Kritik: Preisgekrönter Film "Hana-Bi":

    Tokio (dpa) - Eigentlich ist Nishi ein rechtschaffener Kriminalbeamter. Doch als sein Kollege und enger Freund Horibe bei einem Einsatz schwer verletzt und zum Krüppel wird und Nishi selbst zu allem Überfluß von der unheilbaren Krankheit seiner Frau erfährt, gibt er den Polizeidienst auf.

    Er leiht sich Geld bei der Yakuza, der japanischen Mafia, um seinen querschnittsgelähmten Freund zu unterstützen und der Witwe eines bei dem Einsatz erschossenen Kollegen zu helfen. Wie bereits in Takeshi Kitanos früheren Filmen erlebt der Zuschauer in "Hana-Bi" (Feuerwerk) wahre Explosionen extremer Gewalt, die jedoch genauso abrupt von äußerst gefühlvollen Szenen abgelöst werden. In selbstzerstörerischer Weise wird Nishi zum Kriminellen, um letztlich aber nur Gutes zu tun.

    erzählt der berühmte japanische Filmemacher Kitano mit rauher, hastiger Stimme, schließe für ihn Liebe und Sanftheit nicht aus. Wer gewaltätig lebe, könne eben auch entsprechend viel an Liebe zu geben. Dies zeigt Kitano exemplarisch am Protagonisten von "Hana- Bi". Für sein ebenso schockierendes wie anrührendes neuestes Werk erhielt er beim Filmfestival Venedig im vergangenen Jahr den "Goldenen Löwen".

    Mit Nishi zeichnet der Regisseur eine Figur, die unbeirrt und ohne Rücksicht auf Verluste den einmal eingeschlagenen Weg bewußt zu Ende geht. Nishi überfällt eine Bank, um das Geld dann seinen Freunden zu schicken und seine Schulden an die Mafia zurückzuzahlen. Seiner todgeweihten Frau ermöglicht er eine Reise ans Meer, auf der er sich rührend um sie kümmert, sie aufmuntert und stets bemüht ist, jeglichen Gedanken an den Tod fern zu halten. Es wird die letzte Reise für sie beide sein. "Seine Art mag man aus moderner Sicht als töricht bezeichnen, doch immerhin hat er eine Entscheidung getroffen", erklärt Kitano.

    Der für seine Exzesse bekannte Filmemacher vereint Extreme. So ist er für Cineasten in Japan und im Westen zum regelrechten Kultregisseur durch seine gewaltbeladenen Mafia-Filme wie "Violent Cop" oder "Sonatine" avanciert. Und gleichzeitig tritt er im japanischen Fernsehen als ebenso berühmter Komiker auf, der mit seinem trockenen Humor Millionen zum Lachen bringen kann.

    Bei der Preisverleihung in Venedig nannte er sein Werk ein "subjektives Porträt über Leben und Tod". "Hana-Bi"-Hauptdarsteller Nishi trifft in einer existentiellen Krise eine Entscheidung, die fortan sein Leben bestimmt und ihn durch die Absolutheit seines Handelns geradewegs in den Tod führt. Es sei nicht auszuschließen, daß der Film in Europa viel besser verstanden werde als in Japan, meint Kitano. Schließlich sei er erst durch die hohen Ehrungen im Ausland - Kitano hatte bereits 1993 in Cannes mit "Sonatine" internationale Aufmerksamkeit erregt - auch in seiner eigenen Heimat als Filmemacher akzeptiert worden.

    Von Lars Nicolaysen, dpa

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