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  • Kritik: "Postman":

    Hamburg (dpa) - Ein paar alte Briefe, eine verdreckte Post-Uniform und ein guter Bluff: Held zu sein bedarf es offenbar wenig, zumindest im neuen Kevin Costner Film "Postman". Da wird der Postbote wider Willen zum Retter der Unterdrückten, zum Symbol für die Freiheit. In dem düsteren Science-fiction-Epos setzt Costner wieder auf altbewährte Elemente seines "Oscar"-gekrönten Films "Der mit dem Wolf tanzt" - grandiose Landschaften, Wild-West-Romatik und die große Liebe.

    Doch dieses Mal will die erprobte Erfolgsmischung nicht so richtig zünden. Dem bildgewaltigen Einstieg folgen fast drei lange Stunden, in der auch die schönsten Kameraeinstellungen nicht mehr von den deutlichen Schwächen der Story abzulenken vermögen.

    Die Geschichte ist einfach aufgebaut. Ein Atomkrieg hat die Erde verwüstet. Im Jahr 2013 vegetieren die wenigen Überlebenden in kleinen Siedlungen vor sich hin, tyrannisiert von einem ehemaligen Kopiermaschinen-Vertreter (Will Patton), der sich nun General Bethlehem nennt. Kevin Costner schlägt sich - wie auch schon im wenig erfolgreichen Film "Waterworld" - als einsamer Wanderer mit kleinen "Macbeth"-Einlagen durchs Leben. Als Bethlehem ihn gewaltsam für seine Armee ausbilden will, sucht Costner das Weite. Auf der Flucht findet er eine alte Postboten-Uniform und eine Tasche mit 15 Jahre alten Briefen. Seine Tarnung ist perfekt und die Menschen lieben ihn fortan. Denn der "Postman" bringt ihnen nicht nur unerwartete Briefe, sondern weckt durch seinen Bluff, er repräsentiere die neue USA, die Hoffnung auf Freiheit. Schließlich kommt es zum finalen Duell zwischen dem "Postman" und Bethlehem.

    Costners neueste Regiearbeit erinnert in vielen Sequenzen an sein erfolgreiches Western-Epos, reicht jedoch lange nicht an dessen Qualität heran. Vor allem die Handlung weist spürbare Längen auf, so daß sich der Zuschauer das wenig überraschende Ende herbeisehnt. Doch dafür werden Fans gut gemachter Stunts auf ihre Kosten kommen: Sprünge von einer vierzig Meter hohen Hängebrücke, wilde Reiteinlagen und jede Menge Kampfszenen lassen das Adrenalin steigen.

    Auch die Drehorte sind beeindruckend gewählt. So befindet sich Bethlehems Camp in einer imposanten drei Kilometer breiten und 400 Meter tiefen Grube. Sogar auf der Schräge eines riesigen Staudamms und Kraftwerk, das halb Seattle mit Strom versorgt, wurden Filmkulissen errichtet. Zahlreiche Kamerafahrten über Wüsten, weite Täler und Berge zeigen die Faszination des großen Hollywood-Kions. Und das wird durch den "Postman" auch um ein neues Schauspiel-Talent reicher. So überrascht vor allem Olivia Williams als Geliebte von Costner in ihrer frischen und unbedarften Darstellung - allerdings kann auch sie den eher enttäuschenden Film nicht retten.

    Von Arnd Benninghoff, dpa

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