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  • Kritik: Pinkblondes Recycling

    Natürlich haben Blondinen Grips. Wer immer noch an das Gegenteil glaubte, wird in der zweiten Auflage der erfolgreichen Hollywood-Komödie "Natürlich blond!" nachhaltig eines Besseren belehrt.

    Abermals schlüpft Reese Witherspoon in die Rolle der ehrgeizigen Juristin Elle, die im grellen Pink-Outfit die Männerwelt übertölpelt. Die Zielgruppe der jungen Frauen wird bei diesem leicht verdaulichen Zuckerwattenkino allemal auf ihre Kosten kommen.

    Protest gegen Tierversuche bringt die Kündigung

    Die aufstrebende Anwältin Elle Woods arbeitet bei einer großen Wirtschaftskanzlei in Boston und steckt mitten in den Vorbereitungen für die Hochzeit mit ihrem Traumprinzen. Doch dann findet sie heraus, dass ein Mandant der Kanzlei ausgerechnet die Verwandten ihres geliebten Hündchens Bruiser dazu einsetzt, neue Kosmetikprodukte zu testen. Als sie dagegen protestiert, wird sie sofort entlassen.

    Aber Elle gibt so schnell nicht auf: Sie reist - natürlich zusammen mit Bruiser - nach Washington, um im Zentrum der Macht für ein schärferes Tierschutzgesetz zu kämpfen. Zunächst verdingt sich Elle als juristische Gehilfin im Büro der gewieften Parlamentarierin Rudd, wo sie jedoch wegen ihrer kecken Bekleidung misstrauisch beäugt wird, vor allem von der machtbewussten Büroleiterin Grace. Aber auch das politische Establishment begegnet der naiven Blondine mit hochgezogenen Augenbrauen. In ihrem Tatendrang lässt sich Elle davon aber nicht aufhalten.

    Grips und Glamout schließen sich nicht aus

    Im Vergleich zur ersten Ausgabe der Blondinen-Komödie hat der neu engagierte Regisseur Charles Herman-Wurmfeld ("Kissing Jessica") Milieu und Plot stark verändert, die Taktik der Heldin jedoch beibehalten. Wieder macht sich Witherspoon ("Sweet Home Alabama") die Vorbehalte gegenüber attraktiven Blondinen clever zunutze und beweist abermals einfallsreich, dass sich Grips und Glamour nicht ausschließen müssen. Mit kalkulierter Naivität setzt die Heldin ihr pinkfarbenes Outfit im Barbie-Stil ein, um ihre Widersacher in falscher Sicherheit zu wiegen und umso souveräner zu besiegen.

    Witherspoon zeigt die gewohnte Leistung als sprudelndes Girlie-Idol, während Luke Wilson als Bräutigam nichts zu melden hat und als notorischer Ja-Sager eine Lachnummer abgibt. Dana Ivey und Bruce McGill schlagen sich als Elles Kontrahenten tapfer, aber nur Regina King vermag als Büroleiterin im inneren Zwiespalt Anteilnahme zu erwecken.

    Subtile Gags sind selten

    In "Natürlich blond 2" tut sich die Regie schwerer, verknöcherte Polit-Lobbyisten zur Zielscheibe schmalbrüstiger Späße zu machen als etwa den arroganten Harvard-Lehrkörper im Vorgängerstreifen. Insgesamt bleibt der Humorfaktor des sentimentalen Trips auf den Spuren des Politmärchens "Mr. Smith Goes to Washington" bescheiden. Gags der subtileren Art wie zum Beispiel ein Tiertestlabor mit dem Namen "Versace" oder das Outing des homosexuellen Rottweilers eines republikanischen Parlamentariers sind selten. Dafür dürfte die Girlie-Komödie bei Tierschutzaktivisten Sympathiepunkte sammeln.

    Angela Holzhauer, ddp

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