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  • Kritik: Phantastisch japanisch

    Den Riesenerfolg seines Films "Chihiros Reise ins Zauberland" hat wohl selbst Regisseur Hayao Miyazaki ("Prinzessin Mononoke") nicht vorausgeahnt. Mehr als 21 Millionen Japaner sahen das Meisterwerk ihres Landsmannes und machten es zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

    Nicht nur "Titanic" konnte der Fantasy-Zeichentrickstreifen schlagen, auch unzählige internationale Auszeichnungen heimste er ein - unter anderem den "Goldenen Bären" der Berlinale 2002, den "Chihiros Reise ins Zauberland" als erster Zeichentrickfilm erhielt. Die Krönung erlebte der Streifen in diesem Jahr bei der "Oscar"-Verleihung, wo er die Statuette für den Besten Animationsfilm errang.

    Das rote Gebäude am Ende der Straße besitzt eine magische Anziehung

    Die Produktionskosten von 19 Millionen Dollar - ungewöhnlich hoch für einen japanischen Animationsfilm - hat der Streifen längst eingespielt. Mehr als 200 Millionen Dollar weltweit brachte er in die Kinokassen - unglaublich, so wie die Geschichte der kleinen Chihiro.

    Die beginnt ihre Reise auf dem Rücksitz des Autos ihrer Eltern, die ihr neues Zuhause in einem kleinen Vorort von Tokio ansteuern. Chihiro ist traurig darüber, nörgelt ein bisschen, sieht ängstlich in eine Zukunft ohne ihre Freunde und Spielkameraden. Als die Eltern sich auf dem Weg zum neuen Haus verfahren und in einer Sackgasse landen, will die Zehnjährige gar nicht aussteigen. Doch das riesige, rote Gebäude am Ende der Straße hat die Neugier ihrer Eltern geweckt. Wie magisch angezogen folgen sie dem Tunnel inmitten des Tempels, von einer panischen Chihiro am Ärmel gezupft.

    Ausflug in ein Fantasiereich voller Mythen, Zauber und Symbole

    Am anderen Ende erwartet die Familie eine Ansammlung von Hütten und Häusern, die an einen ausrangierten Vergnügungspark erinnert. Dass sie tatsächlich in der Zauberwelt Aburaya gelandet sind, von der bösen Hexe Yubaba beherrscht, wissen sie natürlich nicht. Erst als die Eltern sich auf die köstlichen Speisen stürzen, die ein verlassenes Restaurant wie durch Zauberhand offenbart, bekommt Chihiro die grauenvolle Ahnung, dass etwas ganz und gar nicht normal läuft. Die Eltern - gierig und schlingend - haben sich in Schweine verwandelt. Die Stadt erscheint urplötzlich in bunten Lichtern. Geisterhafte Gestalten taumeln umher. Als sich ihr ein Junge namens Haku vorstellt, ist Chihiro schon völlig verzweifelt.

    Aber Haku weiß, wie die Zauberwelt funktioniert: Um ihre Eltern zu retten und der bösen Hexe zu entkommen, muss Chihiro in dem Badehaus, das den Göttern zur Erholung dient, Arbeit finden. Haku schmuggelt sie dort hinein - doch fortan ist die Kleine auf sich allein gestellt. Aus dem ängstlichen Kind wird allmählich ein starkes, zähes Mädchen, das sich gegen gesichtslose Geister, Froschmänner und Riesenbabys wehren muss.

    Ein Märchen zum Nachdenken

    Miyazaki lässt seine Zuschauer in ein Fantasiereich voller Mythen, Zauber und Symbole entschweben, das selbst die ungewöhnliche Zeichentrick-Länge von 125 Minuten trägt und die japanischen Anime-Filme in völlig neuem Glanz erstrahlen lässt. Ganz ohne Gewalt und Action auskommend ist "Chihiros Reise ins Zauberland" ein Märchen zum Nachdenken, mit kritischen Untertönen und dabei niemals belehrend oder bedrohlich.

    Alexandra Pilz, ddp

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