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  • Kritik: Peinlich: Ein Mann wird geplündert

    Ungelenke darstellerische Gehversuche von Wolfgang Joop

    Doch genau das geschieht: Der Autor verliert erst die Haare, dann sein Wunderding, die Zähne und schließlich auch noch den Erfolg. Der freche Kobold Hyde triumphiert, Jekylls Psychiater Dorian, der schon den Ausbruch der renitenten Figur aus dem Literatenhirn nicht verhindern konnte, ist hingegen machtlos. Ganz im Gegensatz zur wunderschönen, jedoch abgefeimten Fee Jeanny, die Wünsche realisieren kann. Jeanny führt nebenbei eine Existenz als Künstlerin, versehen mit dem eigenartigen Ruf, schon mit hundert Aidsinfizierten geschlafen zu haben, ohne sich anzustecken.

    Jekylls Versuch, der Fee mit einer Penisprothese zu imponieren, scheitert zwar kläglich. Aber der immer tiefer ins Nichts stürzende Doktor weiß, dass nur sie ihm helfen kann. Aber wird sie es tun, und was geschieht, wenn das der Fall ist? Allzu viele Kinobesucher werden das aber wohl nicht mitbekommen, denn Oskar Roehlers am 8. November anlaufender Film "Suck my Dick" ist kein Anwärter auf Zuschauerrekorde. Was sich da auf der Leinwand abspielt, ist einfach zu abseitig und zu peinlich, um größeres Interesse verdient zu haben.

    Bekannte Schauspieler verschwenden ihr Talent

    Roehler, der den Film sowohl geschrieben als auch inszeniert hat, ist nach seinem von Preisen überschütteten Überraschungserfolg mit "Die Unberührbare" wieder da gelandet, wo er schon vorher war: In dem total kaputten Milieu der Berliner vergnügungssüchtigen Boheme. Deren Probleme sind so aufregend wie ein Pinguin am Südpol. Aber nachdem Roehler in "Die Unberührbare" bewegend das Drama seiner eigenen Mutter erzählt hat und damit Hannelore Elsner noch einen späten schauspielerischen Triumph bescherte, langweilt er nun wieder mit alberner Selbstbespiegelung.

    Da helfen auch keine Zitate des französischen Kultautors Michel Houllebecq oder die ungelenken darstellerischen Gehversuche von Wolfgang Joop, der den Psychiater mimt und doch nur ein Medien-Promi bleibt. Edgar Selge als Dr. Jekyll, Ralf Richter als Hyde und auch Katja Flint als Fee verschwenden allesamt ihr Talent für diesen Humbug, der sich unaufhörlich in der Fäkalsprache suhlt und sein Pulver schnell verschossen hat. Wer allerdings Dialogsätze wie: "Ich bin schwanzamputiert" und Penisangst komisch findet, mag Gefallen an einem deutschen Film finden, der besser nur in Roehlers Hirn aufgeführt worden wäre.

    Wolfgang Hübner, AP

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