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  • Kritik: Paul Newman betört noch immer die Frauen:

    Paul Newman, Gene Hackman, Susan Sarandon und James Garner - gleich vier große Namen schmücken die Darstellerliste, die Regisseur Robert Benton für sein Kriminaldrama "Im Zwielicht" zusammenstellte. Am Donnerstag (6. August) kommt damit eine geballte Ladung schauspielerischer Reife in die Kinos - eine interessante Abwechslung im sonst allgegenwärtigen Jugendwahn.

    Ob Marlowe, Columbo oder Magnum - amerikanische Filme und Fernsehserien wissen Detektive und die Geschichten, die sich um sie herum spinnen lassen, zu schätzen. Vordergründig betrachtet, steht auch diesmal die Spezies des Schnüfflers im Mittelpunkt des Plots.

    Der frühere Polizist und Privatdetektiv Harry (Newman) erhält beim befreundeten, ehemals glanzvollen Schauspielerehepaar Jack (Hackman) und Catherine (Sarandon) gewissermaßen sein Gnadenbrot. Im Gegenzug für Kost und Logis erledigt er kleine Arbeiten und fungiert als Gesellschafter. Eines Tages soll Harry für den todkranken Jack einen dicken Briefumschlag überbringen und wird dabei in einen Mordfall verwickelt. Bei seinen privaten Ermittlungen verstrickt er sich immer tiefer in den Fall, dessen Ursprung viele Jahre zurückliegt und in dem auch Jack und Catherine eine Rolle spielen.

    Seine Wege kreuzen sich dabei mit denen ehemaliger Kollegen: Kommissarin Verna alias Stockard Channing und Detektiv Raymond Hope, gespielt von "Rockford" James Garner.

    Lakonische und glücklose Anti-Helden, eine pessimistische Grundstimmung, starke attraktive Frauen, düsteres Licht, sparsame Farbgebung und sehenswerte ungewöhnliche Schauplätze, die ihre Entsprechung im inneren Zustand der Figuren finden - Regisseur Benton spielt mit den Elementen des klassischen Film Noir. Benton und seinem Ko-Autor Richard Russo - die beiden realisierten auch schon "Nobody's Fool" mit Newman in der Hauptrolle - geht es jedoch um das Thema des Alterns, um Klassenunterschiede, das Problem der finanziellen Sicherheit und die unvermeidliche Einsamkeit.

    Die Story ist weder neu noch originell umgesetzt. Das Ende läßt sowohl Harry als auch den Kinogänger desillusioniert zurück. Die für ihre früheren Leistungen vielfach preisgekrönten Darsteller jedoch bieten brillant nuancierte Einzelleistungen, ohne die anderen Mitglieder des Ensembles an die Wand zu spielen, allen voran der inzwischen 73jährige Paul Newman.

    Silvia Seipel, dpa

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