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  • Kritik: Paraderolle für Peter Falk - Kinostart 27. Juni

    Köln (dpa). Hollywood hat die grantelnden Greise für sich entdeckt. Auf Walter Matthau und Jack Lemmon, die sich als zänkische Senioren in "Der dritte Frühling" gegenseitig das Leben schwer machten, folgt nun Peter Falk in einer Paraderolle als kauziger Opa Rocky Holeczek.

    kann der 68jährige noch einmal beweisen, daß die legendäre Figur des zerknautschten "Inspektor Columbo" nur eine von vielen Facetten seines schauspielerischen Könnens gezeigt hat. Der amüsante Streifen läuft am 27. Juni an.

    In der 30 Jahre umspannenden Familiengeschichte von Regisseur Peter Yates verwandelt sich Falk in den dickköpfigen 78jährigen Großvater Rocky, der als polnischer Einwanderer in Pittsburgh lebt. Nach dem Tod seiner Tochter und seines Schwiegersohns ist er als einziges Familienmitglied bereit, den fünfjährigen Enkel Michael aufzunehmen. Zwischen dem Jungen und dem eigensinnigen alten Bäcker, der sich strikt weigert, in Rente zu gehen und nebenher noch den Zwei-Personen-Haushalt schmeißt, entwickelt sich ein herzliches Verhältnis, das ohne große Worte auskommt.

    Michael erlebt mit dem sturen Rocky eine ungewöhnliche Kindheit. Statt Gute-Nacht-Geschichten gibt es stundenlanges Kartenspiel. Im Schlaf brabbelt Rocky polnische Flüche vor sich hin. Dabei gelingt es Regisseur Peter Yates immer, großes Gefühlskino zu zeigen ohne die Grenze zum Kitsch zu überschreiten.

    Nur ein einziges Mal drohen die engen Familien-Bande zu zerreißen, als Rocky aus purem Egoismus versucht, die Freundin seines mittlerweile 25jährigen Enkels (D.B.Sweeney) aus dem Haus zu ekeln. Schließlich sieht der Alte aber ein, daß er gegen die Macht der Liebe nichts ausrichten kann und arrangiert sich mit der ebenfalls recht halsstarrigen Sozialarbeiterin Beth (Julianne Moore). Am Ende ist er es sogar, der den in Gefühlsdingen etwas unbeholfenen Michael auf die Idee bringt, Beth zu heiraten.

    Einige Jahre später, Michael arbeitet inzwischen erfolgreich als Chirurg, er und Beth haben zwei nette Kinder, zieht der über 100jährige Rocky bei der jungen Familie ein. Das Großfamilien-Idyll scheint perfekt. Doch da stirbt Beth bei einem Autounfall. Michael flüchtet in Arbeit und Alkohol. Sein Großvater hütet zu Hause die Kinder, was Michaels Schwiegermutter nicht paßt. Sie will ihre Enkel nicht in der Obhut des greisen Bäckers lassen und droht mit Jugendamt und Polizei. In einer letzten Kraftanstrengung gelingt es Rocky jedoch erneut, die Familie zusammzuhalten - Peter Falk, als graue Eminenz auf mittlerweile 107 Jahre gealtert, erinnert den depressiven Michael an seine Vaterpflichten und gibt dem Enkel neuen Lebensmut.

    Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa

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