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  • Kritik: Paraderolle für Meryl Streep

    Für Meryl Streep ist es eine Paraderolle, für die sie beim Festival in Venedig gefeiert wurde. In «Der Teufel trägt Prada» spielt sie die mehr als zickige Chefin eines New Yorker Modemagazins - eine Despotin, die ihren Empfangsdamen allmorgendlich Handtasche und Pelzmantel auf den Tresen donnert und die ganze Haute- Couture-Kollektionen scheitern lässt, wenn sie nur kurz die Lippen schürzt.

    Streep, die sich mit steingrauer Ladyfrisur zu ihren 57 Jahren bekennt, läuft in der Bestsellerverfilmung zur Hochform auf. Ein Oscar wäre keine Überraschung.

    Das Ganze wird garniert mit wunderbaren Bilder des glitzernden New Yorks, die Reisesehnsucht wecken. Aber die Geschichte vom Mode-Teufel und dem Mauerblümchen, das sich in der Welt der Eitelkeiten behauptet, indem es seine Seele gegen ein Paar Jimmy-Choo-Schuhe verkauft, hat ihre Längen. Nach den fast zwei Stunden fühlt sich der Zuschauer wie nach drei Folgen «Sex and the City», was kein Zufall ist: «Prada»-Regisseur David Frankel hat auch die Serie gedreht..

    Das Mauerblümchen Andrea, die zweite Hauptrolle, wird gespielt von Anne Hathaway («Brokeback Mountain»). «Ich bete sie an, sie toleriert mich», scherzt die 23-Jährige über die Dreharbeiten mit ihrer großen Kollegin. Im Film wird für sie ein Mädchentraum wahr. Die Journalismus-Studentin bekommt den Job der zweiten Assistentin von Miranda Priestly (Streep) beim glamourösen Magazin «Runaway», einer fiktiven Ausgabe der «Vogue». Dabei hat sie keine Ahnung von Mode, trägt die für die Branche unglaubliche Konfektionsgröße 40 und lässt sich am Telefon vom prominenten Anrufer «Gabbana» buchstabieren..

    Aber, der Zuschauer ahnt es schnell, das Mauerblümchen hat das Herz am rechten Fleck, und die eiskalte Karrierefrau Miranda ist privat kreuzunglücklich. Andrea lernt die Spielregeln im Haifischbecken der Modewelt und trifft dennoch eine Happy-End- Entscheidung. Der Schluss des Films ist dabei etwas versöhnlicher als das Buch, für das sich Lauren Weisberger von ihrer Zeit als Assistentin der legendären «Vogue»-Chefin Anna Wintour inspirieren ließ..

    Das funkelnde New York und das romantische Paris, die Welt von Prada und Chanel, Gastauftritte von Heidi Klum, Gisele Bündchen und Modeschöpfer Valentino: Die Modewelt wird opulent von Kameramann Florian Ballhaus in Szene gesetzt, ohne dass es dabei richtig bissig zugeht, dazu passt, dass ein Kaufhaus eine Handtasche zum Film anbietet. Kostümbildnerin Patricia Field, die mit «Sex and the City» zur Stilikone geworden ist, darf sich austoben. Sowohl Hathaway als auch Streep sehen in ihren Kreationen hinreißend aus..

    «Wenn wir alle meinen, dass wir nichts Anständiges zum Anziehen im Kleiderschrank haben, dann ist die Fashionwelt erfolgreich», sagt Regisseur Frankel. Der Film löst ein ähnliches Gefühl aus. «Vogue»- Chefin Wintour soll die Persiflage mit Fassung getragen haben. Bei einer Benefizvorführung des Films erschien sie in Prada.

    Von Caroline Bock, dpa

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