40.000
  • Startseite
  • » Kritik: "Palookaville":
  • Kritik: "Palookaville":

    Hamburg (dpa) - Drei nette Jungs haben ein Problem: Sie sind arbeitslos, chronisch pleite, müssen aber ihre Miete bezahlen. Also versuchen sie es mit der krummen Tour, doch der erste Einbruch endet nicht wie geplant in einem Juweliergeschäft, sondern im Hinterzimmer einer Bäckerei. Es war die falsche Mauer, der sie mit dem Vorschlaghammer zu Leibe rückten, und die Beute der Nacht besteht aus Kuchen statt aus Perlen.

    Alan Taylors hat mit "Palookaville" ein Regiedebüt vom feinsten hingelegt, das in Venedig prompt als Top- Erstlingswerk ausgezeichnet wurde. Die amüsante Story über drei liebenswerte Möchtegern-Kriminelle, ein Paradestück für William Forsythe, Adam Trese und den wunderbar schmierigen Vincent Gallo, kommt am 28. November in die deutschen Kinos.

    Schon nach wenigen Filmminuten ist klar: Das verschlafene US-Nest Palookaville ist kein Ort, an dem skrupellose Verbrecher heranwachsen. Nach dem Bäckerei-Bruch zieht der zerstreute Familienvater Jerry (Trese) zerknirscht Bilanz: "Wir sind eben nicht für solche Dinge gemacht. Manchen Menschen fällt so etwas leicht. Kriminellen, zum Beispiel". Doch die Finanzmisere drückt. Jerry hat Frau und kleinen Sohn zu ernähren, Sid (wunderbar linkisch: Forsythe), von seiner Frau verlassen, lebt mit zwei hungrigen Hunden und einem leeren Kühlschrank zusammen. Und Russ (Gallo brilliert als Pseudo-Gangster) braucht dringend Bares, um den Fängen und der Wohnung seiner hysterischen Mutter zu entkommen.

    Also sinnen die drei Freunde bei ihren täglichen Treffen weiter auf Abhilfe. Der Versuch, einen privaten Supermarkt-Fahrdienst für Senioren aufzubauen, scheitert aber nicht nur an der Ortsunkenntnis des Trios, sondern auch an der handfesten Rache der unter Einbußen leidenden Taxifahrer. So wagen Sid, Jerry und Russ sich erneut auf kriminelle Abwege. Ein Geldtransport soll überfallen werden, aber das einzige, was dabei halbwegs nach Plan verläuft, ist das Überziehen der Strumpfmasken. Der Überfall wird zum Desaster und das Finale zum munteren Showdown in einer Polizeistation, bei dem es noch manche Überraschung gibt.

    Die Initialidee zu "Palookaville" lieferte dem Produzenten Uberto Pasolini eine Geschichte des italienischen Schriftstellers Italo Calvino. Mit Alan Taylor fand er schließlich einen Regisseur, der sich prompt für das Projekt begeisterte. "Es gibt heutzutage Unmengen von Filmen, die von Verbrechen, Gewalt und Frustration handeln. Und es ist schwierig geworden, einen Film zu machen, der nicht von diesen negativen Energien angetrieben wird. Darum geht es auch in unserer Story: Drei Amateur-Kriminelle sind zutiefst frustriert über ihre Lebensumstände. Aber sie schaffen es eben nicht, diese Frustration in Gewalt und Kriminalität umzuformen", sagte Taylor in einem Interview. Einen Glücksgriff tat der Regisseur auch mit der Wahl der Filmmusik. Rachel Portman komponierte einen wunderbar dahinfließenden Soundtrack, der ebenso mit pseudo-dramatischen Elementen spielt wie die drei Glücksritter auf der Leinwand.

    Von Andrea Barthelemy, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

    E-Mail

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    5°C - 9°C
    Montag

    3°C - 8°C
    Dienstag

    2°C - 6°C
    Mittwoch

    3°C - 7°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!