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  • Kritik: Palmetto

    Nichts ist wie es scheint in "Palmetto", dem ersten amerikanischen Kriminalfilm des deutschen Regisseurs Volker Schlöndorff. Bis zum Happy End sitzen die Zuschauer falschen Fährten, krummen Touren und dummen Zufällen auf. Im schwülen Florida gedreht, ist dieser Thriller um eine vorgetäuschte Entführung und ihre wirklichen Folgen mit Woody Harrelson und Elisabeth Shue in den Hauptrollen ein spannender Ausflug in einen Dschungel der Versuchungen und Verstrickungen.

    Immer schon habe er einen Krimi drehen wollen, gesteht Schlöndorff, der 1979 für "Die Blechtrommel" einen Oscar erhielt. "Ich habe das Gefühl, ich habe jahrzehntelang die falschen Filme gemacht!", schmunzelt der 58jährige, der eher für Intellekt, denn Unterhaltung auf der Leinwand bekannt ist.

    "Palmetto" - benannt nach einer verschlafenen Hafenstadt in Florida und gleichzeitig einem Ungeziefer - beginnt mit der Freilassung des naiven Journalisten Harry Barber (Harrelson) aus dem Gefängnis. Zu forsche Berichte über Korruption in der Verwaltung hatten ihm die Haftstrafe eingebrockt. Als der einst aufrechte und nun arbeitslose Reporter der überaus einladenden Millionärsgattin Rhea Malroux in einer Bar begegnet, ist sein Schicksal besiegelt.

    Die Verheißungen der kurvenreichen Femme fatale schlagen seine Bedenken schnell in den Wind. Harry soll vortäuschen, ihre Stieftochter Odette entführt zu haben und eine halbe Million Dollar Lösegeld von ihrem geizigen Mann einsammeln, während in Wahrheit die eingeweihte Tochter in einem Hotel den glücklichen Ausgang der Inszenierung erwartet. Zu seiner Gage von 50 000 Dollar kann Harry nicht Nein sagen. Doch als nach dem Coup die Leiche der vermeintlichen Odette in seinem Bett auftaucht, geht Harry endlich auf, daß er der Dumme ist. Seine plötzliche Berufung zum Polizeisprecher und eine Leiche im Kofferraum machen die mißliche Lage noch verzwickter.

    Die Zeit sei reif gewesen, endlich einmal Spaß bei den Dreharbeiten zu haben, sagt Schlöndorff und kündigt an, auch in Zukunft lieber die Nerven seiner Zuschauer kitzeln zu wollen. "Ich freue mich, die Verantwortung einer Botschaft abstreifen zu können", atmet der Regisseur von "Homo Faber", "Tod eines Handlungsreisenden", "Eine Liebe von Swann" und "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" erleichtert auf.

    In den amerikanischen Kinos konnte sich sein Werk in der Tradition des "Film noir"-Streifen, das auf dem Detektivroman von James Hadley Chase "Dumme sterben nicht aus" basiert, jedoch nicht allzu lange gehalten. Der Filmkritiker der "Los Angeles Times" bemängelte ironischerweise die fehlende Tiefe der Charaktere und die fundamentlose Story. Daß seine deutschen Fans ihm den Wechsel in die Kunst der puren Unterhaltung verübeln könnten, fürchtet Volker Schlöndorff nicht: "Ich hoffe, die Leute werden sagen: 'Na endlich!'"

    Claudia Hamboch, dpa

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