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  • Kritik: Packender Sportfilm

    Was den Deutschen ihr «Wunder von Bern» ist, ist für die Amerikaner das «Miracle von Lake Placid». Nur, dass dieser Sportsieg von größter nationaler Bedeutung nicht auf dem Fußballrasen errungen wurde, sondern auf dem Eis.

    Bei den Olympischen Winterspielen 1980 schlug ein im Prinzip chancenloses US-Newcomer-Team die als unbesiegbar geltende sowjetische Eishockey-Mannschaft. Die Goldmedaille in den politisch aufgeheizten Zeiten des Kalten Krieges war eine Sensation. «Miracle - Das Wunder von Lake Placid» ist ein packender Sportfilm, in dem nicht nur die psychologischen Feinheiten, sondern vor allem die dynamischen Bilder des schnellen und harten Spiels überzeugen.

    Im Jahr 1979 fehlen den Vereinigten Staaten unter dem Präsidenten Jimmy Carter nationales Selbstbewusstsein und eine klare Perspektive als Supermacht. In der US-Botschaft von Teheran werden 52 Amerikaner als Geiseln genommen, die Zinsen steigen, Benzin ist plötzlich knapp. Wie schön wäre da ein großer Sieg bei den Olympischen Spielen im eigenen Land, ein Sieg im Eishockey gegen die Erzfeinde aus der UdSSR. Doch die US-Profis dürfen nicht spielen. In nur sieben Monaten muss Trainer Herb Brooks (Kurt Russell) daher aus relativ unerfahrenen College-Amateuren ein Team formen.

    Brooks, der eine 20 Jahre zurückliegende persönliche olympische Schmach noch nicht verdaut hat, setzt alles aufs Spiel, sogar seine Familie, um das Ziel zu erreichen. Er ist kein Kumpel für die jungen Spieler, er setzt auf Distanz, harte Auslese und noch härteren Drill. «Wenn sie ihren Trainer hassen, haben sie keine Zeit, sich gegenseitig zu hassen», lautet seine Devise. Und er schafft es: Die Mannschaft, die nach Monaten der Schinderei gegen die Russen aufs Eis geht, erreicht das Unmögliche.

    «Das Wunder von Lake Placid» in der Regie von Gavin O'Connor ist weniger rührselig als das deutsche Pendant «Das Wunder von Bern», doch nationales Pathos lässt sich bei dem Thema nicht umgehen. Wohltuend in sich gekehrt, gibt Kurt Russell den Coach als einen verbissenen Einzelgänger, der sehr genau weiß, was er tut. Und Patricia Clarkson als seine Ehefrau sitzt spätestens nach diesem Film in der ersten Reihe der weiblichen US-Stars.

    Sensationell sind jedoch die Eishockey-Szenen. Die Inszenierung setzt voll auf die Körperlichkeit und Schnelligkeit des Spiels. Das Eis spritzt, man hört das Kratzen der Kufen und fühlt förmlich jede Bewegung der Spieler. Auch für Menschen, die keine Fans dieser Sportart sind, ist das sehenswert.

    dpa

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