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  • Kritik: Oscar Wilde bleibt populär

    Auch 102 Jahre nach dem Tod Oscar Wildes scheinen die Werke des englischen Schriftstellers wenig an Popularität eingebüßt zu haben, zumindest liefern sie immer wieder Stoff für Kinoproduktionen.

    Das jüngste Beispiel ist die Verfilmung der Komödie "Ernst sein ist alles". In dem Streifen führt der zurückhaltende Junggeselle Jack (Colin Firth) ein Doppelleben. Er wächst Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen mit seiner Nichte Cecily (Reese Witherspoon) in einer idyllischen, aber wenig aufregenden ländlichen Umgebung auf.

    Spiel mit falschen Identitäten

    Unter dem Vorwand, seinen imaginären Bruder Ernst in London zu besuchen, macht sich Jack aus dem Staub. In der Hauptstadt vertreibt er sich die Zeit mit dem Lebemann Algernon (Rupert Everett). Als Jack dessen Cousine Gwendolen (Francis O'Connor) kennen lernt, verliebt er sich in sie. In deren Vorstellung war ihr schon immer prophezeit worden, einen Mann namens Ernst zu heiraten. Algernon hingegen hat Interesse an Jacks Nichte Cecily und reist als dessen imaginärer Bruder Ernst in die ländliche Heimat seines Freundes. Das Gerüst aus Lügen und falschen Identitäten beginnt bald zu bröckeln, die verwechslungsreiche Komödie nimmt ihren Lauf.

    Zweites Werk von Wilde für den Regisseur

    Die neue Kinoversion von "Ernst sein ist alles" ist die zweite Verfilmung der Wilde-Komödie nach 1952. Regisseur Oliver Parker hat schon 1999 mit "Ein perfekter Ehemann" eine Komödie des Schriftstellers verfilmt und sich nun erneut von Oscar Wilde begeistern lassen. "Ich kenne keinen Autor, der auf jeder einzelnen Seite seiner Bücher so viele gute Witze bringt. Das wollte ich umsetzen", sagte Parker nach der Vorstellung seines Films in New York.

    Der Witz ist immer noch modern

    Neben komischen Dialogen und absurden Zufällen bietet "Ernst sein ist alles" auch einen Einblick in die strengen britischen Traditionen des 19. Jahrhunderts und die übersteigerte Wertschätzung von Rang, Namen und Herkunft. In diesem thematischen Umfeld hat Colin Firth schon mehrere Rollen gespielt. "Ich bin britisch, deswegen spiele ich auch gern einen Briten, noch ist mir das nicht zu einseitig", sagt Firth dazu. Sein Kollege Everett hält nichts von Überlegungen, die Komödie in einer modernen Version zu verfilmen. "Am besten sind die Geschichten immer in der Zeit aufgehoben, in der sie spielen. Der Witz Oscar Wildes ist immer noch modern, die Kulisse muss es deshalb nicht unbedingt sein", meint er.

    Florian Bahrdt, dpa

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