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  • Kritik: Opulentes MarschmusikSpektakel

    «Drumline» ist eigentlich mehr ein überdimensionaler Videoclip denn ein Film. Und die Hauptrolle spielt ein typisch amerikanisches Phänomen - die Marschmusikband, eine dieser riesigen Kapellen, die mit mitreißenden Rhythmen und militärischer Präzision die Zuschauer bei Football-Spielen unterhalten.

    Die Handlung, eine Variation der traditionellen Geschichte vom hoch begabten, aber widerspenstigen Neuling, der schließlich lernt, sich einzuordnen und dafür Respekt und natürlich auch das Mädchen seiner Träume bekommt, dient eher der Verknüpfung der opulent in Szene gesetzten Bandauftritte.

    Und die sind wirklich beeindruckend. Das 170 Mann starke Orchester, gefilmt aus vielen verschiedenen Perspektiven, eine Kamera, die mit den marschierenden Musikern schwingt und ein rasanter Schnitt sind immer wieder eine Freude fürs Auge. Regisseur Charles Stone III, der erst seinen zweiten Kinofilm abliefert, machte guten Gebrauch von seiner jahrelangen Erfahrung in der Clipbranche.

    In den USA bekam der Film begeisterte Kritiken

    In den USA bekam der Film begeisterte Kritiken sogar von traditionell eher skeptischen Blättern wie «New York Times» oder «Washington Post». Das mag auch daher kommen, dass für die Amerikaner ihre Marschmusikbands eine viel bewunderte Institution sind - eine Affinität, die den Europäern fehlen dürfte. Es bleiben aber noch die perfekten Bilder und die sympathischen Darsteller.

    Held des Films: der junge Ausnahmeschlagzeuger Devon

    Held des Films ist der junge Ausnahmeschlagzeuger Devon (US-Fernsehjungstar Nick Cannon), der aus Harlem an eine Universität in Atlanta kommt. Er kann atemberaubende Soli spielen, schert aber immer wieder aus der Drumline aus, der Reihe von 23 Schlagzeugern, die den Rhythmus für die restlichen Musiker vorgeben.

    Dadurch legt sich Devon sowohl mit seinem Sektionsleiter als auch mit Bandchef Dr. Lee (Orlando Jones) an. Und das während der Wettbewerb um die Krone der Besten Band mit den Rivalen von der Nachbaruniversität bevorsteht. Zudem bekommt Devon die schöne Laila nicht aus dem Kopf, die Chefin des Tanzteams. Einer festen Beziehung steht jedoch seine Disziplinlosigkeit im Wege.

    Wie in jedem ordentlichen Musical wird alles gut

    Am Ende treffen jedoch alle die richtigen Entscheidungen und wie in jedem ordentlichen Musical wird alles gut. Als eine Art «"Top Gun" mit Trommeln» beschrieb Regisseur Stone selber den Film. Die Besonderheit: Der Film ist im Milieu der schwarzen Marschkapellen angesiedelt. Das hängt auch damit zusammen, dass in ihn zum Teil die wahre Geschichte des erfolgreichen Musikproduzenten Dallas Austin einfloss. Austin war auch einmal Highschool-Trommler. Einen Namen machte er sich als Produzent von Stars wie Lenny Kravitz, TLC, Pink und sogar Michael Jackson. Als Rivalen von Devons Truppe beim Bandwettbewerb treten die echten Champions vom Morris Brown College an. Die AT University, an der Devon im Film studiert, gibt es dagegen in Wirklichkeit nicht.

    dpa

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