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  • Kritik: Ohne störenden Plot

    Ein düsteres Bob-Dylan-Gedicht, gesprochen vom legendären Musiker Johnny Cash, bestimmt zu Beginn des Actionfilms "Die Stunde des Jägers" die Tonlage: Ein raffiniert ins Heute versetztes Bibel-Zitat, in dem Gott Abraham befiehlt, ihm einen Sohn zu opfern. Damit ist die Anmut des Films jedoch bereits zu Ende.

    Die beiden sonst so brillanten Schauspieler, Oscarpreisträger Benicio del Toro und Tommy Lee Jones, als tödliche Kontrahenten reihen von da an nur noch spektakuläre und brutal reale Nahkampfszenen aneinander.

    Die Killermaschine rettet heute gefangene Wolfe

    Überraschungen im Handlungsablauf des Films von Regisseur William Friedkin ("French Connection - Brennpunkt Brooklyn", "Der Exorzist") gibt es keine. "Es ist wohl gut, dass der Plot von "Die Stunde des Jägers" den Aktionsszenen nicht in die Quere kommt", meinte ein Kritiker der "New York Times".

    Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten funktioniert dementsprechend fast ganz ohne Worte. Tommy Lee Jones stellt L. T. Bonham dar, einen ehemaligen Elite-Ausbilder für Einzelkämpfer, der sich in die Einsamkeit seiner Waldblockhütte zurückgezogen hat. Statt wie früher menschliche Mordmaschinen heranzuzüchten, befreit er jetzt behutsam in Wilderer-Schlingen gefangene weiße Wölfe. Ein Mann, der mit sich und der Natur im Reinen zu sein scheint. Als ihn FBI-Agentin Abby Durrell (Connie Nielsen) aufstöbert und um Hilfe bei mehreren mysteriösen Mordfällen an Jägern in den Wäldern von Portland bittet, gibt der Einzelgänger seinen selbst gewählten Ruhestand auf.

    Der Grund der Morde wird nicht ganz klar

    Die bestialischen Morde erinnern ihn an seinen besten Schüler aus alten Tagen: Aaron Hallam (Benicio del Toro), der zwar einen biblischen Namen hat, aber ein eiskalter Killer ist. Bonham hatte Hallam vor Jahren selbst dazu ausgebildet, zu töten, ohne mit der Wimper zu zucken. Als Elite-Soldat der US-Army hatte Hallam für seinen Einsatz im Kosovo 1999 eine Auszeichnung bekommen. Die Bilder und Schreie in seinem Kopf wird er jedoch nicht mehr los. Warum er ohne Anlass weiter tötet, wird in "Die Stunde des Jägers" nicht ganz klar. Fest steht jedoch für Militär und FBI, dass er als wesenlose Killermaschine aus dem Weg geräumt werden muss.

    Unlösbares Band zwischen Schüler und Lehrer

    Zwischen dem von schlechtem Gewissen geplagten Lehrer Bonham und dem außer Kontrolle geratenen Schüler Hallam besteht ein unlösbares Band. Sie sind ebenbürtige Gegner in ihrer Kunst, Fährten zu lesen, um zu überleben - sowohl im Urwald als auch in der Großstadt. Sie können sich gleichermaßen aus einem Stück Stein, Feuer und Stahl archaisch-primitive, aber tödliche Messer herstellen - die einzige Waffen, die sie einsetzen. Nur eines hat Hallam seinem Meister "voraus": Auch wenn Bonham jedes Detail über das Töten weiß - selbst gemordet hat er noch nie. Am Ende des Films kommt es zum blutigen Messerkampf zwischen Lehrer und Schüler. Objektiv stehen die Chancen 50:50 für beide Seiten. Aber es ist ein amerikanischer Actionfilm, also siegt das (scheinbar) Gute. Die Bibel ist in dem Fall kein Maßstab.

    Carla S. Reissman, dpa

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