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  • Kritik: Oder:

    Arthur Barret hat in seinem Leben (fast) alles erreicht: Als erfolgreicher Anwalt ist er in der vornehmen Bostoner Gesellschaft der 30er Jahre etabliert, wohnt in einem herrschaftlichen Schloß, und ist mit der schönen Eleanor verheiratet. Zusammen mit seiner selbstbewußten Frau glaubt er, jedes Problem lösen zu können. Doch als sich der Kinderwunsch des Ehepaares nicht erfüllt, scheint der kühl kalkulierende Mann machtlos: William Hurt muß als Arthur Barret in "Wunsch und Wirklichkeit" die wichtigste Lektion in seinem Leben lernen: Glück kann man nicht kaufen.

    Die Amerikanerin Lesli Linka Glatter, die vor allem durch ihre Regiearbeit für mehrere Folgen der TV-Serie "Twin Peaks" bekannt geworden ist, stellt das Schicksal in den Mittelpunkt ihres Films. Nach und nach sollen die Protagonisten lernen, wie wenig sie das geheimnisvolle Los des Lebens bestimmen können. Doch die Botschaft kommt nicht an: Zu unglaublich ist die Verkettung von Schicksalsschlägen, die die Hauptpersonen erleiden müssen. Zu vorhersehbar die dramatischen Entwicklungen, die in einem zweifelhaften Chaos von Lügen und Intrigen enden.

    Als Arthur den Plan faßt, einen jungen Harvard-Absolventen zu bitten, Eleanor (Madeleine Stowe), das erhoffte Mutterglück zu bringen, ahnt der Zuschauer bereits, daß das nicht gut gehen kann. Das Drama nimmt seinen Lauf: Roger Martin (Neil Patrick Harris) verliebt sich unplanmäßig in die schöne Eleanor, und von da an werden die Barrets ihn nicht mehr los.

    Bei einem Besuch auf dem Armenfriedhof von Pater Michael (Kenneth Branagh), der zufällig nach Boston versetzt wurde, und der Sohn von Arthurs verhaßtem Bruder Samuel ist, erkennt Eleanor in einem unbekannten Toten den jungen Harvard-Schüler. Von nun an glaubt sie, ihr Mann habe den Jungen ermordet. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Pater Michael, der Eleanor nur allzu gern nicht nur seelischen Beistand leistet...

    Obwohl mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, bleiben die Akteure hinter ihren Möglichkeiten zurück. Lediglich William Hurt überzeugt in seiner Rolle als schicksal-gestrafter Ehemann. Die angeblich "außergewöhnliche Persönlichkeit" Eleanors kann Madeleine Stowe nicht vermitteln. Soll Eleanor bereits dadurch emanzipiert sein, daß sie wie Virginia Woolf "Ein Zimmer für sich allein" besitzt? Auch Kenneth Branagh kann als angeblicher Rebell nicht überzeugen.

    Liebe, Tod, Schuld und Sühne - insgesamt ist der Film mit so vielen Schicksalsschlägen überfrachtet, daß die Geschichte unglaubwürdig ist. Mit allzu direkten Verweisen "Dieses Kind wird dein Leben ruinieren" wirkt er erzwungen pathetisch und der Zuschauer hofft inständig, daß wenigstens die moralisierende Stimme aus den "Off" ab und zu schweigen möge. Am Ende möchte man am liebsten mit Pater Michael seufzen: "Ich weiß nicht, warum das passiert ist."

    Carola Große-Wilde, dpa

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