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  • Kritik: "Nur über meine Leiche"

    Ehedrama, Beziehungskomödie, Fantasyfilm - Rainer Matsutani legt sich in seinem ersten großen Kinofilm gar nicht erst fest, sondern verquirlt die einzelnen Genres zu einem originellen Filmspaß, der zwar seine Längen hat, dramaturgisch etwas konstruiert wirkt, aber durch seinen Ideenreichtum und hervorragende optische und vor allem tricktechnische Umsetzung vollauf überzeugt. Und der - bis auf den zuweilen hölzern agierenden Christoph Ohrt - optimal besetzt wurde.

    Mit einem Budget von nur 3,8 Millionen Mark realisierte Matsutani, der auch das Drehbuch schrieb, eine rabenschwarze, abgrundtiefe Komödie um L(i)eben und Tod: Fred (Christoph M. Ohrt), ein Lebemann, beschäftigt sich allzusehr mit dem weiblichen Geschlecht. Was seiner Frau Charlotte (Ulrike Folkerts) eines Tages zuviel wird. Sie heuert einen Killer (Udo Kier) an, um den treulosen Gatten ins Jenseits zu befördern. Der Plan gelingt, doch Fred kann mit seiner Eloquenz selbst Gevatter Tod überzeugen, ihm eine letzte Chance zu geben.

    Um sein Lebenslicht wiederzuerhalten, muß er drei Frauen, denen er zu Lebzeiten das Herz gebrochen hat, innerhalb von drei Tagen glücklich machen. Für den egozentrischen Bonvivant ein hartes Stück Arbeit, denn als Fred die Augen aufschlägt, findet er sich ausgerechnet im Kohlenkeller von Rita (Katja Riemann) wieder. Die verklemmte Einzelgängerin und Schloßherrin ist der "Ladenhüter" in der Partnervermittlung seiner Frau. Und zu allem Unglück tritt auch Freds Mutter wieder auf den Plan. Die wurde als hysterischer Truthahn wiedergeboren und führt ihren selbstsüchtigen Sohn als erstes zu dessen Tochter Lisa, die er einst mit seiner Ex-Frau sitzenließ. Diese hatte sich damals vor Kummer aus dem Fenster gestürzt. Doch damit nicht genug: Charlotte hat sich inzwischen auf den Weg gemacht, ihren Mann zu suchen. Denn die Leiche konnte trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Und die "eiserne Lady" Charlotte mag einfach keine halben Sachen.

    Copyright: DIE WELT, 7.9.1995

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