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  • Kritik: Nostalgische Lausbubenstory

    Wo gibt es denn heute noch Lausbuben? Kinder, die sich an ähnlichen Streichen versuchen wie Eugen und seine Freunde tauchen jetzt eher in Kriminalitäts-Statistiken auf als in Schelmenromanen.

    Doch «Mein Name ist Eugen» spielt in den 60er Jahren und in der Schweiz und verbreitet unbeschwerte Nostalgie und Fröhlichkeit. «Lieber mit knurrendem Magen ins Bett als einen Streich auslassen!», versprechen sich die Bengel in ihrem ganz eigenen eidgenössischen Schwur.

    Eugen und Co. demolieren munter Ritterrüstungen, fesseln Mädchen, bringen Zimmerdecken zum Einsturz und Hühnern das Fürchten bei. Und dann hauen sie ab, mit dem Fahrrad in die große Stadt Zürich, um einen Mann namens Fritzli Bühler zu suchen. Der selbst ernannte «König der Lausbuben» hat früher mal in Eugens Haus gewohnt und eine viel versprechende Schatzkarte hinterlassen.

    In ihrer Heimat Schweiz sind Eugen und seine Freunde - der stets Kaugummi kauende und waghalsige Wrigley, der ängstliche Bäschteli und der dicke Eduard - als Romanfiguren so bekannt wie «Heidi». Das Buch über ihre Abenteuer erschien 1955 und ist bis heute ein Bestseller. Geschrieben hat es der Pfarrer Klaus Schädelin, weil er fand, «dass es viel zu wenig lustige Bücher gibt».

    Für den Film versetzte Regisseur Michael Steiner die Handlung um zehn Jahre nach vorn und schwelgt im sonnigen Dekor der 60er. Alte Autos, Glockenröcke und toupierte Frisuren passen herrlich zu den frechen, aber niemals bösartigen Streichen der Jungen, die durch ihr Abenteuer zu einer tieferen Freundschaft finden.

    Beim Kinderfilmfest Hamburg, wo «Mein Name ist Eugen» im Herbst Premiere feierte, belohnte das Publikum den Film mit größter Heiterkeit. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter und ihre Eltern haben mit Sicherheit ihren Spaß an der Geschichte, die ein bisschen an «Michel aus Lönneberga» erinnert. Aber auch für ältere Kids, an Computerspiele und teure Animationsstreifen gewöhnt, entfaltet das Werk einen altmodischen Reiz. Im Lachen über «Eugen» schwingt auch ein bisschen Sehnsucht mit nach einer vergangenen Zeit, die freier, ungefährlicher und toleranter scheint als die Gegenwart.

    Karin Zintz, dpa

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