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  • Kritik: Niedliche Tiere im Kampf gegen Holzfäller

    Tierisch witzig ist das alles nicht - eher niedlich

    Ab dem 9. August soll "Dr. Dolittle 2" wieder Kinder und Eltern gleichermaßen vor die Leinwand locken. Der Fortsetzung des Familienspaßes fehlen aber leider die Ideen.

    Die Macher von "Dr. Dolittle 2", darunter Regisseur Steve Carr, verließen sich allzu sehr auf den Komiker Eddie Murphy, der sich weitgehend vom Brachialhumor seiner Komödien wie "Die Klumps und der verrückte Professor" distanziert hat und nun liebenswürdigeren Witz versprüht. In der Rolle des erfolgreichen Tierdoktors, der immer mehr Probleme mit seiner heranwachsenden Tochter bekommt, kann Murphy mit nicht mehr überzeugen als mit dem Charme eines sich sorgenden, etwas gealterten Vaters. Das macht ihn und seine Rolle sympathisch - kann aber selbst über die kurze Filmdauer von 82 Minuten nicht gänzlich unterhalten.

    Akzente setzen allein die unterschiedlichen Tierchen, die durch ihre urigen Synchronstimmen Leben in die Handlung bringen. "Dr. Dolittle 2" setzt auf kurzweilige Verbalkomik. Da gibt es eine Gruppentherapie für streunende Hunde oder das Gringo-Chamäleon aus Mexiko, das Probleme mit seiner Farbanpassung hat. An anderer Stelle flüstert ein Biber wie der Mafiosi-Pate persönlich, und Tauben formieren sich zu Gruppenflügen. Die "lustige Welt der Tiere" einmal anders, vor allem digital animiert.

    Neu ist der sozialkritische Ansatz: Die Tiere bitten Dr. Dolittle um die Rettung ihres Waldgebietes vor skrupellosen Geschäftsmännern. Die einzige Möglichkeit, die Abholzung zu verhindern, verkörpert ein gemütlicher Tanzbär, den Dolittle zurück in die Wildnis bringen und ihn auch noch mit einer Bärendame verkuppeln muss. Die "wandelnde Kuscheldecke" gehört nämlich zur bedrohten Gattung der Pacific-Western-Bären. Eine heranwachsende Familie Petz würde eine Waldrodung unmöglich machen.

    Der Film lebt von den Querelen des an die Zivilisation gewöhnten Bären, sich in der Wildnis zurechtzufinden. Parallel verläuft die Geschichte der Dolittle-Tochter Charisse. Sie will sich, mit 16 Jahren flügge geworden, von der Familie abkapseln und am liebsten mit ihrem Freund Eric, einem Pizzalieferanten, zusammen sein. Die Darstellung von Problemen und Nöten des Teenagerlebens soll vermutlich die Zielgruppe des Films auf eben jene Jugendliche erweitern, die sich für einfachen Tierklamauk zu alt fühlen. Anders ist die etwas aufgesetzt wirkende Nebenhandlung kaum zu verstehen.

    Tierisch witzig, wie großspurig angekündigt, ist das alles nicht. Allenfalls niedlich. Der für eine erfolgreiche Fortsetzung etwas dünn geratene Film ist aber gut geeignet für einen netten Kinoabend im Sommer, ausgenommen, die Kinder mögen keine Beutelratten, Opossums oder andere Nagetiere.

    Leif Kramp, AP

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