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  • Kritik: Nicht reif für die Insel

    Wie würde wohl ein New Yorker reagieren, wenn man ihn hilflos auf einer einsamen Insel aussetzen würde? Diese Frage haben sich auch die Macher des neuen Trickfilms «Madagascar» aus dem Hause DreamWorks («Shrek») gestellt.

    Statt Großstadtmenschen schicken sie jedoch Zootiere auf die Insel an der Südostspitze Afrikas, die im Central Park Zoo in Manhattan ein bis dato unbeschwertes, wenn auch völlig von der Natur entferntes Leben führten. Im Dschungel werden sie mit all den Unwägbarkeiten der Wildnis konfrontiert, von denen sie in New York verschont geblieben waren, und auch ihre verschütteten Instinkte erwachen wieder.

    Auslöser der Robinsonade ist Zebra Marty, dem das Leben im goldenen Käfig zu langweilig wird und der daher kurzentschlossen ausbricht. Seine Freunde, Löwe Alex, Nilpferddame Gloria und die hypochondrische Giraffe Melman machen sich auf die Suche nach ihm. Die Menschen werten ihren Ausflug als Aufstand gegen das Eingesperrtsein im Zoo, fangen sie ein und schicken die vier im Sinne des Tierschutzes in die vermeintliche Freiheit. Begleitet werden sie von einer Bande paranoider Pinguine, die eine umfassende Verschwörung der Menschen wittern.

    Die Pinguine werden in der deutschen Fassung von den HipHopern Die Fantastischen Vier synchronisiert. Vielleicht hätten professionelle und erfahrene Sprecher mehr von dem Witz transportiert, den die Pinguine visuell vermitteln. Eine bessere Wahl für die deutsche Übersetzung gab es bei Zebra Marty, das von Rick Kavanian («Der Schuh des Manitu») gesprochen wird.

    Kavanian hat unter anderem als deutscher Stammsprecher von Mike Myers («Austin Powers») Erfahrung als Komödien-Synchronsprecher gesammelt. Gut klingt auch Komiker Bastian Pastewka als Giraffe Melman. Er hatte bereits der Maus Stuart Little im gleichnamigen Film seine Stimme geliehen. Ein wenig blass bleibt Jan Josef Liefers («Knockin' On Heaven's Door») als Alex, der Löwe.

    Unübertrefflich ist allerdings das deutsche Jackie Chan-Double Stefan Gossler als der König des Lemurenstammes, auf den die vier Zivilisationsflüchtlinge treffen. Der komische Höhepunkt des Films ist die große Party der Affenbande, in deren Verlauf König Julien rappt und tanzt - fast eine moderne Version des berühmten Auftritts des Affenkönigs im «Dschungelbuch» (USA 1967).

    Auch vor und nach der Party gibt es viele lustige Episoden, etwa die Show, die Alex und Marty täglich den Besuchern ihres heimatlichen Zoos bieten. Allerdings sind auch kleinere Längen zu überstehen, in denen die Regisseure Eric Darnell («Antz») und Tom McGrath das Tempo des ansonsten flotten Geschehens ein wenig herausnehmen.

    Die Animationen sind - da aus dem Computer kommend - perfekt, aber nicht lieblos. Passend untermalt werden sie von der Musik von Hans Zimmer, dem allgegenwärtigen Filmkomponisten Hollywoods. In den USA hat «Madagascar» auf Anhieb den Sprung an die Spitze der Kinocharts geschafft und innerhalb von zehn Tagen mehr als 100 Millionen Dollar eingespielt.

    dpa

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