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  • Kritik: Nicholas Cage als unglücklicher Wetterfrosch

    Hollywood-Star Nicholas Cage scheinen Rollen von Verlierern auf den Leib geschrieben zu sein. Wenn er in «The Weather Man» als glückloser TV-Wetteransager von einem privaten Debakel zum nächsten stolpert, kauft man ihm das sofort ab.

    Der Film wird zwar als Komödie deklariert, die wenigen verhaltenen Lacher der Zuschauer rühren jedoch meist aus der Komik des Scheiterns auf ganzer Linie. Viel eher ist der Streifen eine ironische Schilderung einer unüberwindbaren Midlife-Krise ohne Lichtblick - mit lebendigen Figuren dank der schauspielerischen Leistung von Cage und Altstar Michael Caine in der Rolle seines mürrischen Vaters.

    Der größte Fehler, den man mit «The Weather Man» machen kann, ist, sich in dem Kinosessel mit falschen Erwartungen niederzulassen. Das liegt allerdings nahe, schließlich landete Regisseur Gore Verbinski mit «Fluch der Karibik», «The Ring», «Mexican» oder «Mäusejagd» einen Publikumshit nach dem anderen. Zwangsläufig erwartet man auch von «The Weather Man» erst einen ganz anderen Rhythmus und fragt sich, wann der Film nun endlich losgeht. Es wird aber nicht anders. Verbinski, der derzeit gleich zwei Fortsetzungen von «Fluch der Karibik» dreht, versuchte sich diesmal an einem kleinen Autorenfilm.

    Sucht man nach einer Genre-Einordnung, könnte «The Weather Man» am ehesten noch als Tragikomödie bezeichnet werden, wenngleich der von Cage gespielte Wettermann Dave Spritz viel zu erbärmlich ist, um tragisch zu sein. Nur in den wenigen Minuten vor der blauen Wand des Fernsehstudios hat er sein Leben im Griff, wenn er mit einem gewissen Charme vorgefertigte Wetterberichte vorliest, von denen er keine Ahnung hat, und auf Wolkenfronten auf der Karte weist, die er nicht einmal sieht.

    Danach steigt Dave Spritz wieder in seine private Hölle ab: Seine Frau hat ihn verlassen, er findet keinen Draht zu seinen Teenager-Kindern, für seinen Vater - einen berühmten Autor und Pulitzer-Preisträger - ist er eine einzige Enttäuschung, sein Selbstbewusstsein liegt tief unter dem Gefrierpunkt, und zu allem Überfluss bewerfen ihn verärgerte Zuschauer aus Rache für falsche Prognosen regelmäßig mit Fast Food. Und das Klima in Chicago ist so wechselhaft, dass die Chancen für richtige Vorhersagen nicht wirklich gut stehen.

    So schlittert Dave als Niete am Rande des Nervenzusammenbruchs durchs Leben, bis plötzlich eine große Chance vor ihm erscheint: Ein New Yorker Sender lädt ihn zum Vorsprechen für die landesweite Morgen-Show «Hallo Amerika» ein. Wer glaubt allerdings, dass dies den Fall ins Bodenlose aufhalten kann? Dabei ist Dave durchaus jemand, der stets sein Bestes versucht - nur ist es wie verhext nie gut genug, und das Leben zerrinnt ihm zwischen den Fingern. «All die Menschen, die ich hätte sein können, wurden weniger und weniger, bis am Ende nur einer übrig blieb», sagt er einmal. «Und das ist der, der ich bin - Der Wettermann.»

    dpa

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