40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Neuer Zeichentrickfilm aus den Disney-Studios - Action-Comic
  • Kritik: Neuer Zeichentrickfilm aus den Disney-Studios - Action-Comic

    München (AP) Jeder Held hat einen Trainer. Und auch wenn der Held Hercules heißt und der Sohn des Göttervaters Zeus ist, - ohne gute Beinarbeit und eine harte Linke kann man nun mal keine Jungfrau retten. In dem neuen Walt-Disney-Film "Hercules" erfährt die Welt, wer hinter den Heldentaten des antiken Supermannes steckt: ein gnomhafter Satyr namens Phil. Das ist nicht die einzige Überraschung in der antiken Heldensage, die am 20. November in die deutschen Kinos kommt.

    Hercules, der bei den Griechen Herakles heißt, hat keine leichte Aufgabe. Er muß seinem Vater Zeus beweisen, daß er ein wahrer Held ist. Erst dann darf der junge Mann mit den übermenschlichen Kräften dorthin zurück, von wo er als Baby entführt worden ist: in den Olymp zu den Göttern. Bis es soweit ist, muß er allerdings beim strengen Phil in die Lehre gehen und eine Menge Abenteuer bestehen.

    Der neue Disney-Film stammt von dem Regisseur-Duo John Musker und Ron Clements, die bereits "Arielle, die Meerjungfrau" und "Aladdin" geschaffen haben. Die beiden sind bekannt für gute Gags und haben sich ziemlich respektlos an die schwerverdauliche Mythologie herangewagt. Bis auf den groben Rahmen hat ihr neues Werk wenig Ähnlichkeit mit seiner historischen Vorlage. Und auch wenn der typische Disney-Kitsch wie immer nicht ausbleibt, bietet "Hercules" auch für Erwachsene spannende Unterhaltung und witzige Dialoge.

    "Wir wollten eine Art Parallelwelt zur modernen Zivilisation porträtieren", sagt John Musker. Das Ergebnis ist eine Art Action-Comic mit Tempeln und Säulen als Hintergrund. Interessant ist "Hercules" auch wegen der Charaktere, die sich die Regisseure zum Vorbild genommen haben. Clement und Musker stellten sich ihren Held als James Stewart im Körper von Arnold Schwarzenegger vor. Und als Modell für Hercules' große Liebe Meg diente die abgebrühte Femme Fatale des 40er-Jahre-Kinos, Barbara Stanwyck. So kommt es, daß Hercules, der in puncto Frauen alles andere als ein Held ist, nach der Pfeife der rothaarigen Meg tanzt.

    Die beiden Regisseure funktionierten Theben, den Hauptort des Geschehens, zur "knallharten Großstadt" im Stile New Yorks um. Nach der Devise "Wenn du es in Theben schaffst, schaffst du es überall", entwickelt sich Hercules zum antiken Superstar. Bald ziert sein Gesicht altertümliche Kreditkarten, und kreischende Teenager suchen ihn in seiner Villa heim. Der Kult ist gar nicht so weit hergeholt, denn die Griechen verehrten Hercules tatsächlich als Volkshelden. Um sich inspirieren zu lassen, gingen die Disney-Zeichner ins Museum, und betrachteten die historischen Darstellungen auf Amphoren und Tellern.

    Die Zeichentrickfigur entwickelte der Deutsche Andreas Deja, der bisher in den Disney-Filmen für die Bösewichter zuständig war. Als böser Gegenspieler von Hercules fasziniert Hades, der Herr der Unterwelt. Seine Zeichner, vor allem der britische Karikaturist Gerald Scarfe, statteten ihn mit den Charakterzügen eines schmierigen Autohändlers aus und verpaßte dem intriganten Ekel eine Haarpracht aus Feuer. Stets nach Gemütslage fackelt sie entweder blau oder knallrot.

    Um den Erfolg hierzulande nicht dem Zufall zu überlassen, wählte Disney deutsche Stars für die Synchronisation aus. Mirco Nontschew und Stefan Jürgens aus der RTL-Comedy "Samstag nacht" sprechen Hades' chaotische Diener Pech und Schwefel. Jasmin Tabatabai, bekannt aus "Bandits", hat Meg ihre wunderbar verwegene Stimme geliehen. Bei der Vertonung von Hercules hätten sich die Disney-Macher vielleicht nicht auf ihre erste Wahl einlassen sollen. Til Schweiger mag zwar in seinen eigenen Filmen ein Held sein, zur Synchronisation eines heranwachsenden Jünglings paßt seine Stimme jedoch nicht besonders gut.

    Von AP-Mitarbeiterin Claudia Meichelbeck

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    -3°C - 4°C
    Sonntag

    -5°C - 2°C
    Montag

    -3°C - 2°C
    Dienstag

    -2°C - 4°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!