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  • Kritik: Neue Version des Kästners Klassiker

    Es war nur ein kurzer Liebesrausch zwischen dem smarten Amerikaner Nick und der schönen Engländerin Elizabeth, immerhin aber lang genug, um Zwillingen auf die Welt zu helfen. Die Mädchen Hallie und Annie werden bei der Geburt getrennt.

    Hallie, die nichts von Annie weiß, lebt bei ihrem Vater auf einem herrlichen Weingut in Kalifornien. Annie, die nichts von Hallie weiß, wohnt bei ihrer modeschöpfenden Mutter in einem eleganten Haus Londons. Elf Jahre sind seit jener romantischen Schiffstrauung von Nick und Elizabeth vergangen, als sich die sommersprossigen Zwillinge in einem amerikanischen Feriencamp zum ersten Mal begegnen.

    Und so was sorgt für Verwirrung und Turbulenzen - erst recht, als die beiden wiedervereinten Mädchen beschließen, nach Abschluß der Sommerferien einfach die Rollen zu tauschen. Für eineiige Zwillinge rein äußerlich kein Problem, wenngleich die eine amerikanisches, die andere aber britisches Englisch spricht. Doch das schreckt Hallie nicht davon ab, endlich in die Arme ihrer unbekannten Mutter zu sinken. Annie hingegen will unbedingt ihren leiblichen Vater kennenlernen. Als sie das geschafft haben, fangen die Probleme erst richtig an. Aber da sich das alles im Kino (ab kommendem Donnerstag) abspielt, ist keines dieser Probleme unlösbar. Außerdem gehören Zwillinge nun mal zusammen und deren Eltern eigentlich auch.

    Wer vermutet, das klinge sehr nach Erich Kästners Jugendklassiker "Das doppelte Lottchen", liegt absolut richtig. Einmal mehr ist Kästners unvergängliche Geschichte für die Leinwand realisiert worden, nach 1961 zum zweiten Mal auch in Hollywood. Und herausgekommen ist wiederum ein äußerst gelungenes Kinomärchen, das kleinen wie großen Zuschauern beste Unterhaltung garantieren wird. Das erfolgreiche Filmduo Nancy Meyers (Regie/Buch) und Charles Shyer (Buch/Produktion) hat die Zwillings-Komödie stilsicher in eine märchenhafte Gegenwart verlegt und mit der begabten wie natürlichen Lindsay Lohan in der Besetzung der Doppelrolle Hallie/Annie einen Glücksgriff getan.

    Fabelhaft ist die tricktechnische Perfektion, mit der aus der kleinen Hauptdarstellerin ein Mädchenpaar gezaubert wird, das über hundert Mal (!) in dem Film nebeneinander auf der Leinwand zu agieren scheint. Was Kameramann Dean Cundey mit seinem Team da "gezaubert" hat, dürfte ihm einen Ehrenplatz in der Filmgeschichte sichern und lohnt allein schon die Eintrittskarte. Aber Computerzauber allein ist es nicht, was den Reiz von "Ein Zwilling kommt selten allein" ausmacht: So gewiß der Streifen ein Hochglanzprodukt in absoluter Hollywood-Perfektion ist, so gewiß ist er aber auch ein Kunstwerk, das Herz und Seele erfreut und das Kino in bester Laune verlassen läßt.

    Dazu tragen neben den erlesenen Schauplätzen auch die Darsteller der Zwillings-Eltern bei, der dunkelhaarige Hollywood-Beau Dennis Quaid und die warmherzige Natasha Richardson. Wer wollte nicht wünschen, daß dieses Traumpaar wieder zusammenfindet? Was diesmal zu sehen ist, ist weit weg von der legendären deutschen Verfilmung des Buchs aus dem Jahr 1950 mit den Zwillingen Isa und Jutta Günther, sowie den Eltern Antje Weisgerber und Peter Mosbacher. Für diese seinerzeit ungeheuer erfolgreiche Produktion hatte noch Kästner selbst das Drehbuch verfaßt. Der Schriftsteller ist seit vielen Jahren tot, aber sein Genie bleibt unsterblich. Auch davon zeugt "Ein Zwilling kommt selten allein".

    Wolfgang Hübner, AP

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