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  • Kritik: "Nach eigenen Regeln":

    Hamburg (dpa) - Der neuseeländische Regisseur Lee Tamahori brauchte nur einen Film, um Hollywood auf sich aufmerksam zu machen: 1994 entstand seine dramatische Milieustudie "Die letzte Kriegerin", die in Tamahoris Heimatland alle Kassenrekorde schlug.

    Auch dem Produzentenduo Lilli Fini Zanuck und Ehemann Richard D. - ein Sohn des legendären Studio-Tycoon Darryl F. Zanuck - fiel das Regietalent des früheren Werbefilmers auf. Sie warben Tamahori für ihren spannenden 50er-Jahre-Thriller "Nach eigenen Regeln" an, in dem der Regisseur einmal mehr von verlorenen Helden erzählt.

    Eine ganze Riege von Hollywood-Stars unterstützt ihn dabei, neben Nick Nolte und Melanie Griffith als Ehepaar Hoover, verkörpert der unnachahmliche Chazz Palminteri den ewig hungrigen Ellery, Chris Penn spielt Arthur, Eddie wird dargestellt von Michael Madsen. Die vier Männer sind die Eliteeinheit des Los Angeles Police-Department und räumen auf ihre eigene Weise unter den Gangstern der Stadt auf. In ihren maßgeschneiderten Anzügen und ihren teils brutalen Methoden unterscheiden sie sich kaum von den Kriminellen, die sie verfolgen.

    Ihr neuester Mordfall sieht zuerst nach Routine aus. Bis sich herausstellt, daß Hoover die Tote gut gekannt hat. Sie hieß Allison (Jennifer Connelly) und hatte mit Hoover eine leidenschaftliche Affäre. Verbissen sucht Hoover nach dem Mörder und kommt einer radioaktiven Verseuchung auf die Spur, die von Regierungsmitgliedern - darunter General Timms (John Malkovich) - gedeckt wird.

    Die heile Welt der 50er Jahre entpuppt sich in Tamahoris Film als trügerische Utopie. Unter der Fassade herrschen Habgier und reine Machtwillkür. Nicht nur die vier Polizisten, die das Atomverbrechen aufspüren, verlieren ihre Illusion und ihren Glauben an die Gerechtigkeit ihres Staates. Mit seinem ausgeprägten Gespür für die düstere Seite einer angeblich romantischen Dekade und mit einem guten Blick für die inneren Widersprüche seiner Charaktere, zeigte Tamahori, daß die wirklich Schuldigen in diesem Mordfall mit Gesetzen nicht zu bestrafen sind. Als Hoover diesen Fall endlich abschließt, ist auch ein Kapitel seines Lebens endgültig vorbei.

    Von Katharina Reismann, dpa

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