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  • Kritik: Nach 20 Jahren: Filmmusical "Grease" wird Kult

    Es ist die alte Geschichte: Ein Junge trifft ein Mädchen, sie verlieben sich ineinander, aber bevor die beiden endgültig zueinander finden, machen sie sich erst einmal selbst das Lebens schwer. "Grease" (auf deutsch "Schmiere"), die Geschichte von Danny und Sandy, wurde zum erfolgreichsten Film-Musical aller Zeiten. Jetzt kommt die Teenager-Romanze nach 20 Jahren in einer digitalisierten Version wieder in die Kinos.

    Mehr als 340 Millionen Dollar spielte "Grease" nach der Veröffentlichung im Jahr 1978 ein. Die High-School-Komödie vergrößerte den Ruhm von Hauptdarsteller John Travolta und machte seine Partnerin Olivia Newton-John zum Star. Das Duett der beiden - "You're the one that I want" - hielt sich monatelang in den Spitzen der Charts. Alles spricht dafür, daß die Erfolgsgeschichte noch lange nicht zu Ende ist.

    So ist "Grease" in den USA, wo der Streifen bereits seit März wieder zu sehen ist, sofort zum Kult-Film avanciert. In den Kinosesseln sitzen 17jährige neben Mittdreißigern, die in Erinnerungen an ihre eigenen ersten "Grease"-Erfahrungen schwelgen. Sandy-und-Danny-Kostüm-Parties sind der letzte Schrei, und in den Karaoke-Bars singen Frauen im 50er-Jahre-Outfit "Look at me I'm Sandra Dee".

    Der überwältigende Erfolg ist den meisten Beteiligten heute so unerklärlich wie vor 20 Jahren. Immerhin ist die Handlung äußerst banal, das Ende absehbar und die Charaktere wirken wie Karikaturen. "Wir waren alle vollkommen überrascht über die Wirkung des Films", sagt der Produzent Alan Carr.

    Vermutlich ist es gerade die schamlose Verwendung sämtlicher Klischees, die die große Anziehungskraft ausmacht. "Grease" ist der archetypische High-School-Film mit all den wichtigen Zutaten: Coole Jungs in Lederjacken, schüchternen Mädchen im Petticoat, Geknutsche im Autokino, Wagenrennen und Happy End. Sympathisch macht den Film vor allem, daß er sich selbst nicht ernst nimmt und das seltene Kunststück fertigbringt, ein Genre zu parodieren, ohne es lächerlich zu machen.

    Zudem überzeugen die Darsteller - allen voran Travolta, dessen Hüftschwung auch 20 Jahre später noch beeindruckt. Auch die Nebenrollen sind brilliant besetzt, schließlich mußte selbst der letzte Komparse beim Casting vortanzen. Unvergeßlich auch der Auftritt von Las-Vegas-Legende Frankie Avalon ("Beauty School Dropout") als "Teen-Angel".

    Vor allem aber ist es die Musik, die "Grease" unvergeßlich macht. Von den 50er-Jahre-Coverversionen wie "Blue Moon" über "Summer Nights" und "Sandy" bis hin zu "Your're the one that I want" ist der Film gespickt mit Songs, deren Bandbreite von mitreißend bis hemmungslos sentimental reicht. Kein Wunder, daß bislang mehr als 20 Millionen Alben verkauft wurden. Über 240 Wochen hielt sich der Soundtrack in den Top Five der amerikanischen Billboard Charts. Gleich zwei Paare versuchten sich übrigens an einer deutschen Version des größten Hits: Helga Feddersen und Didi Hallervorden ("Die Wanne ist voll") und Cindy Bert (Im Fieber der Nacht).

    Für die Stars von "Grease" war der Erfolg des Musicals kein Segen. Olivia Newton-John verschwand nach einem weiteren Hit ("Let's get physical") in der Versenkung, aus der auch Travolta erst durch Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" wieder auftauchte. Regisseur Randal Kleiser drehte vor allem Flops wie die "Blaue Lagune" und Frankie Avalon tritt heute als Gastgeber für Teenager-Schönheitswettbewerbe im US-Fernsehen auf.

    Ralf Neukirch, AP

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