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  • Kritik: Muß: Die Ader für subtile Geschichten

    Lukas' größtes Problem ist, daß er nicht weiß, was er will. Auf der Suche nach seiner Traumfrau Nathalie findet der Philosophie-Student Alice. Die Parfümverkäuferin weiß zumindest ganz genau, was sie nicht will. Und dazu gehören hoffnungslose Romantiker wie Lukas. Doch er kann ihr etwas geben, wonach sie gar nicht gesucht hat: Liebe und Geborgenheit. "Der Strand von Trouville" ist eine etwas andere deutsche Komödie.

    Anstatt auf laute Lacher setzt Autor und Regisseur Michael Hofmann in seinem Erstlingswerk, einer zärtlich-spröden Liebesgeschichte, auf feine Pointen.

    "Der Film ist etwas für Leute, die eine Ader für subtile Geschichten haben", sagt Hofmann, der früher Werbefilme gedreht hat. Dabei ist das Thema altbekannt: Was ich haben will, das krieg ich nicht nicht. Und was ich kriegen kann, gefällt mir nicht. Die scheinbar unerreichbare Nathalie, die als DJ durch die Welt reist, ist für Lukas ein Traum. Das Bild dieser Zufallsbekanntschaft geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Daß es eigentlich die freche und selbstbewußte Alice ist, die er liebt, erkennt er erst, als sie sich schon fast wieder aus seinem Leben verabschiedet hat.

    Das ungleiche Paar wird locker und überzeugend gespielt von dem Berliner Boris Aljinovic und Antje Westermann aus Dresden. "Eine Geschichte, die gegen den Strom ist, muß man auch gegen den Strom besetzen", meint Hofmann. Deswegen habe er bewußt nicht auf die bekannten Gesichter von Katja Riemann und Jürgen Vogel gesetzt, die mittlerweile den deutschen Film verkörperten. "Anders" ist bei Hofmann vor allem die langsame Erzählweise. Anstatt den Zuschauer mit schnell aufeinandergeschnittenen Nahaufnahmen "zuzudröhnen", läßt er sich Zeit und gibt den Bildern Raum, untermalt von der starken Filmmusik der Berliner Band "Die Sterne".

    Etwas verschwommen bleibt dabei Rolle von Bill (Lars Rudolph), dem Bruder einer Freundin von Alice. Auch er hat die schöne Nathalie angehimmelt. Doch abgelenkt von ihrem Lächeln verlor er bei einem Arbeitsunfall eine Hand. Nun verbringt der Sonderling Stunden damit, das Puzzle "Der Strand von Trouville" zu beenden. Als er den makellosen blauen Himmel des Bildes endlich zusammengelegt hat, erkennt er: "Es gibt gar keinen blauen Himmel. Es ist nur die Luft, die ihn blau erscheinen läßt."

    Ähnliches erlebt am Ende auch Lukas. Als er mit Alice nach Frankreich in die Normandie fahren will, trifft er Nathalie wieder. Erneut gebannt von ihrem Zauber, tritt er auf die Straße und wird von einem Auto angefahren. Erst dann erkennt er, daß es die perfekte Frau nicht gibt.

    Stefanie Geiger, dpa

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