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  • Kritik: Müde Fortsetzung von "Schnappt Shorty"

    "Schnappt Shorty" geht weiter: Zehn Jahre nachdem die Komödie mit John Travolta zum Kultfilm wurde, kommt mit «Be Cool» die Fortsetzung in die Kinos. Travolta schlüpfte wieder in die Rolle von Chili Palmer, des coolen Ex-Gangsters, der im Filmgeschäft Karriere macht.

    Gelangweilt von der Filmbranche wendet er sich nun der Musikindustrie zu - und entdeckt dort Sitten wie in seinem alten Mafia-Milieu. Das «Chili-Girl» an seiner Seite ist diesmal Uma Thurman. Und als Vorlage diente wieder ein Buch des Erfolgsautors Elmore Leonard. Die Fortsetzung von «Schnappt Shorty» zu drehen, ist ein extrem undankbarer Job. Vor zehn Jahren zementierte die Komödie nach «Pulp Fiction» endgültig die Rückkehr Travoltas in die oberste Hollywood-Liga, der Film wurde allseits für seinen Stil gelobt und war nach allgemeiner Einschätzung schlicht cool.

    Mühelose Leichtigkeit ging verloren

    Nicht genug, dass die Messlatte damit schon ziemlich hoch lag - hinzu kommt die verklärende Macht von zehn Jahren Erinnerung. So kam es für «Be Cool», wie es kommen musste: Die Kritiker waren fast einhellig enttäuscht, das Publikum ging trotzdem hin und ließ in drei Wochen 50 Millionen Dollar an US-Kinokassen.

    Auf jeden Fall ist «Be Cool» anders geworden als das Original. Auf den ersten Blick ist alles an seinem Platz, aber die Atmosphäre des ersten Films mit ihrer mühelosen Leichtigkeit ist irgendwo unterwegs verloren gegangen. Das mag daran liegen, dass diesmal ein anderer Regisseur das Heft in der Hand hielt: Auf «Men in Black»-Macher Barry Sonnenfeld folgte der Mittdreißiger F. Gary Gray, auf dessen Konto bisher zum Beispiel der Action-Film «The Italian Job» und die Getto-Komödie «Friday» gingen.

    Während Travolta im ersten Film der Inbegriff von Coolness war, sieht er diesmal wie jemand aus, der mühsam versucht, den Chili von damals wieder aufleben zu lassen, und er wirkt dabei überraschend müde. Symbolisch ist die Szene, in der Uma Thurman und John Travolta tanzen gehen da wird die Erinnerung an den unvergesslichen Tanz aus «Pulp Fiction» wach. Doch nichts passiert diesmal keine Magie des Augenblicks, kein Funke springt über, nur eine kompetente, emotionslose Tanzeinlage. Beruhigend für den Zuschauer, dass die zehn Jahre auch an Travolta und Chili Palmer nicht spurlos vorbeigegangen sind.

    Amüsanter Film voller skurriler Gestalten

    Wenn der Film seinem Titel («Cool bleiben») überhaupt gerecht wird, dann auf andere Weise als der erste. Als Chili Palmer sich aufmacht, der schönen Witwe Edie (Thurman) und ihrer untergehenden kleinen Plattenfirma zu helfen, stößt er damit mitten in ein Wespennest der Musikbranche, in dem auch Rassen-Widersprüche eine nicht geringe Rolle spielen: Da ist ein schwarzer Gangsta-Rap-Produzent (Cedric the Entertainer), der jedes Klischee erfüllt und zu dessen Entourage auch Musikstar André 3000 von Outkast als schießwütiger Finsterling gehört. «Schwarz ist cool», ist eine Botschaft, die der farbige Regisseur Gray gleich mitvermittelt.

    Ohne den übergroßen Schatten den ersten Teils ist «Be Cool» an sich ein ganz amüsanter Film voller skurriler Gestalten. Vince Vaughn ist ziemlich komisch als durchgeknallter Musik-Manager, der sich für Schwarz hält und entsprechend agieren will. Wrestling-Star The Rock («Scorpion King») betritt Comedy-Terrain als schwuler Bodyguard, der unbedingt zum Film will.

    Die junge Sängerin Christina Milian glänzt als Chilis Schützling mit ihrer Stimme. Für zusätzlichen Glanz tauchen kurz Danny DeVito sowie «Aerosmith»-Frontman Steven Tyler und andere «echte» Musikstars auf. Und neben vielen Details hat «Be Cool» auch die Moral des Originals geerbt: Wenn man nicht cool ist, aber trotzdem so tut, tut das nur weh.

    dpa

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