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  • Kritik: Morbide Geschichte im Stil britischer Komödien:

    Im verschlafenen Seebad Aberystwyth in Wales will sich der junge Deutsche Hugo Nagel seinen Traum erfüllen: Ein eigenes Bestattungsinstitut will er eröffnen, einen Ort, an dem man den Toten mit Pietät und Respekt begegnet.

    Das Hafenstädtchen scheint für Hugos Pläne ideal zu sein: Aberystwyth hat europaweit die größte Dichte an Rentnern. Hugo (Thomas Schmauser) wittert "Ein todsicheres Geschäft", wie auch der Filmtitel heißt. Die herrlich morbide Komödie des Hamburger Regisseurs und Drehbuchautors Mathias X. Oberg hat viel britischen Humor.

    Hugos neu gegründetes Unternehmen "Last Paradise" wird von den Einheimischen boykottiert und die ortsansässige Konkurrenz schnappt ihm die Kundschaft vor der Nase weg. Erst durch die Hilfe seines väterlicher Freundes, des amerikanischen Jazzklarinettisten Jim Lagotta (Ben Gazzara), floriert die Firma und die Leichen stapeln sich im Keller. Absurdes, Tragisches und Komisches liegen bei Obergs zweitem Spielfilm nah beieinander. Großartig agieren die beiden Hauptdarsteller Thomas Schmauser und US-Schauspieler Ben Gazzara.

    Besonders der schrullige und sensible Hugo wächst dem Zuschauer ans Herz. Sehr ergreifend schildert Oberg die Szene, in der sich Jim und Hugo zum ersten Mal begegnen: Früher hatte der Jazzklarinettist Spaß daran, durchs Land zu touren und in Hotels aufzutreten. Doch seit ihm die Arthritis das Leben zu Hölle macht, spielt er nur noch mit den schlechtesten Bands der Welt. Als eines Abends ein Zuhörer vor seinen Augen tot zusammenbricht, weiß Jim, dass es für ihn Zeit ist aufzuhören.

    Der Bestattungsgehilfe Hugo kommt, um die Leiche abzuholen. Jim hilft dem höflichen jungen Deutschen, den Toten ins Beerdigungsinstitut Burns zu transportieren, für das Hugo noch arbeitet. Dort herrschen katastrophale Zustände: Die Toten liegen ungekühlt und vergessen in einem düsteren, unaufgeräumten Lager. Auf den Bahren türmen sich Kleidungsstücke und Essensreste, Fliegen schwirren durch den Raum - eine bedrückende Atmosphäre, aus der Hugo so schnell wie möglich verschwinden will.

    Für Regisseur Mathias X. Oberg ist "Ein todsicheres Geschäft" der zweite Spielfilm, der in den deutschen Kinos anläuft. Sein Debüt gab der 34 Jahre alte Hamburger 1995 mit "Unter der Milchstraße".

    Marc Möller, dpa

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