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  • Kritik: Modernes Großstadtmärchen

    Antonio, der gerne Science-Fiction-Romane liest, fährt als Chauffeur ziellos durch Rom. An einem Abend lernt er über die elfjährige Lisa deren Mutter kennen. Er fühlt sich zu der alleinerziehenden Maria hingezogen, die ein Geschäft mit Tiefkühlkost betreibt. Kühl bleibt sie auch gegenüber dem träumerischen Antonio. Nach einem One-Night-Stand weist sie unerbittlich dessen Avancen zurück.

    Der Plot in Giuseppe Piccionis Film «Licht meiner Augen» scheint wenig aufregend. «Wenn man meine Geschichten zusammenfasst, dann klingen sie eher blöd», räumte sogar der Regisseur («Nicht von dieser Welt») bei der Deutschland-Premiere in Frankfurt ein. Dennoch ist daraus ein wunderbarer Film geworden: Behutsam hat Piccioni mit ganz normalen Menschen ein modernes Großstadt-Märchen inszeniert, das 114 Minuten lang die Spannung hält.

    Der Zuschauer nimmt Anteil an den Alltagssorgen und Ängsten von Maria und Antonio, und wie sie damit umgehen lernen. Maria kämpft mit dem Sozialamt, das ihr die Tochter wegnehmen will. Lisa, stets auf der Suche nach ihrer Katze, dient als Bindeglied in der Beziehung ihrer Mutter zu Antonio. Dieser will Maria aus den Fängen eines Wucherers befreien, dem sie Geld schuldet.

    Der Film erzählt dies mit subtilem Humor und Poesie, sowie ohne jegliche rührselige Attitüde. Mit Luigi Lo Cascio (Antonio) und Sandra Ceccarelli (Maria) standen Piccioni für die Hauptrollen zwei herausragende Schauspieler zur Verfügung. Wochenlang gingen die beiden mit dem Regisseur die einzelnen Szenen durch, berichteten sie in Frankfurt.

    Ganz nebenbei erhält der Zuschauer auch ein Bild von der Ewigen Stadt, das nichts mit den üblichen Klischees zu tun hat. Eingewoben in die Liebesgeschichte ist das Rom der kleinen Gangster, die inzwischen mit Migranten aus Bengalen Geld verdienen.

    Die beiden Protagonisten des in Italien erfolgreichen Films wurden für ihre Rollen 2001 bei den Filmfestspielen in Venedig als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. Dem Schwarz-Weiss-Verleih in Bonn ist es zu verdanken, dass trotz Verspätung «Licht meiner Augen» mit 50 Kopien nach Deutschland kommt.

    dpa

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