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  • Kritik: Mit "Jack" legt Francis Ford Coppola seine erste Komödie vor

    Frankfurt/M (AP) Jack ist eigentlich ein ganz normaler Zehnjähriger. Er hat allerdings ein Problem: Wegen eines genetischen Defekts altert sein Körper viermal schneller als normal, so daß Jack aussieht wie ein Mann in den besten Jahren.

    Seine besorgten Eltern schotten ihn deshalb von der Außenwelt ab. Zusammen mit seinem verständnisvollen Privatlehrer Mister Woodruff (Bill Cosby) kann der Junge sie aber davon überzeugen, ihn auf eine öffentliche Schule zu schicken. Schon am ersten Schultag zeigt sich, daß das für Jack kein Zuckerschlecken werden wird.

    Francis Ford Coppola, mit düsteren Epen wie dem "Paten" und "Apocalypse Now" zu Weltruhm gelangt, hat sich mit "Jack" erstmals an einer Komödie versucht. Dabei vertraut er vollkommen auf eine simple Grundidee und seinen Star Robin Willams. Den schickt er der Regisseur durch sämtliche Situationen, die die Ausgangskonstellation hergibt.

    Der Junge im Männerkörper, von seinen Mitschülern zuerst mißtrauisch beäugt und verspottet, gewinnt allmählich das Vertrauen der Jungs von der John-John-Gang, nicht zuletzt weil er beim Basketball auf dem Schulhof unschlagbar ist und bei der Beschaffung einschlägiger Männermagazine unschätzbare Dienste erweist. Er mimt gegenüber der Mutter seines Freundes Louis (Adam Zolotin) den Schuldirektor und hilft ihm damit aus der Patsche. Schließlich verliebt er sich in die attraktive Klassenlehrerin Miss Marquez (Jennifer Lopez), die ihn aber zurückweist. Jack erleidet einen Zusammenbruch und zieht sich wieder in seine Einsamkeit zurück, bevor der Film doch noch seinem vorhersehbaren Happy-End entgegengeht.

    Das alles wird routiniert und professionell inszeniert. Weil der Film aber zugleich bar jeglicher Überraschung ist, gelangt er nie über das Niveau von Hollywood-Dutzendware hinaus. Es gäbe reizvolle Möglichkeiten, die in Kinderköpfen herumspukende Phantasie - was könnte ich nicht alles machen, wenn ich erwachsen wäre - filmisch umzusetzen. Leider reizt Coppola sie nicht aus.

    Der ewig verschmitzte Robin Williams chargiert in seiner Rolle, als wolle er Jim Carey den Rang als oberste Nervensäge des flachen Unterhaltungskinos ablaufen. Copolla hat seinen Hauptdarsteller mit einem dreiwöchigen Intensivtraining auf seiner Ranch in Kalifornien auf die Rolle vorbereitet. Der hat das nach eigenen Aussagen in vollen Zügen genoßen. Dem Zuschauer ist das leider nicht vergönnt.

    Was den Film aber letzlich scheitern läßt ist die Untauglichkeit der Grundidee. 40jährige mit Verstand und Gemüt eines Zehnjährigen gibt es nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im wirklichen Leben. Lustig ist es da nicht. So wird dem Zuschauer im Kinositz leicht unbehaglich, wenn Jack seinen massigen Körper ins Ehebett seiner Eltern zwängt, weil er nicht schlafen kann, oder wenn er seine vorpubertäre Sexualität an seiner Lehrerin auszuagieren versucht. Wenn sich einem im Kino die Haare sträuben, dann doch lieber wieder wegen Mafia-Morden und nicht wegen der Aktionen eines scheinbar geistig zurückgebliebenen Clowns.

    Von AP-Korrespondent Ralf Neukirch

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