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  • Kritik: Mit «Blacky» auf Jagd nach Gags und Verbrecher

    Für die einen sind sie Kult, für die anderen banal: Die alten Edgar-Wallace-Filme, in denen die Detektive von Scotland Yard im nebligen London Psychopathen jagen. Nun kommt die Parodie «Neues vom Wixxer» ins Kino.

    Damit wollen die Drehbuchautoren und Comedians Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastewka an die Erfolge des ersten Films «Der Wixxer» mit fast zwei Millionen Besuchern anknüpfen. Das könnte ihnen gelingen, denn die neue Geschichte ist rasanter und dichter und überdies prallvoll mit Gags, die bis auf wenige Ausnahmen gelungen sind. So werden die 98 Minuten, in denen der verlotterte Chief Inspector Even Longer (Kalkofe) und der trottelige Inspector Very Long (Pastewka) dem mysteriösen Wixxer nachstellen, zu einem unterhaltsamen, spannenden Kinovergnügen.

    Star der schrägen Krimi-Persiflage ist Joachim Fuchsberger als Lord Dickham, der in Edgar-Wallace-Filmen wie «Der Hexer» Inspector Higgins mimte. Für den Showmaster und Schauspieler, der am Sonntag 80 Jahre alt wurde, ist es sein Kino-Comeback nach 33 Jahren. «Beim ersten Wixxer-Film war ich überhaupt nicht dafür. Ich hatte so einen Heiligenschein um die Edgar-Wallace-Zeit herum gemacht», sagt «Blacky». Aber nachdem er den ersten Teil gesehen hatte, war er begeistert und empfand die Dreharbeiten in Prag unter der Regie von Cyrill Boss und Philipp Stennert wie eine Zeitreise: «Es war die Wiederbelebung einer unglaublich schönen Zeit vor 40 Jahren!»

    Auch die Zuschauer versetzt der Film bereits am Anfang um Jahrzehnte zurück, wenn die gruselig-blecherne Stimme aus dem Off ertönt: «Hallo, hier spricht Edgar Wallace.» Munter wechselt der Film zwischen schwarz-weiß und Farbe und spielt auf unzählige andere Kinowerke an. Einfallsreich ist die Werbepause, die die Groschenheft- Optik unterstreicht: An einer der spannendsten Stellen taucht Roger Willemsen auf und wirbt für Handy-Klingeltöne wie «das verwesende Faultier» oder «der onanierende Otter». Bei so viel Spaßeffekten tritt die Geschichte in den Hintergrund: Auf der Todesliste des Wixxers stehen auch Inspector Long und die hübsche Victoria Dickham (Christiane Paul), Lord Dickhams Tochter und Longers heimliche Geliebte. 24 Stunden haben die ungleichen Ermittler Zeit, den Wixxer zu stellen, was auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt.

    Zu den Höhepunkten des 5,5 Millionen Euro teuren Films zählen die Auftritte von Christoph Maria Herbst («Hui Buh»). War er im ersten Teil noch ein Butler, ist er nun zum «Irrenarzt» Alfons Hatler aufgestiegen, eine gewagte Satire auf Adolf Hitler. Herbst gelingt es aber, ihn mit schnarrender Stimme und ruckartigen Bewegungen als völlig debilen und größenwahnsinnigen Menschen darzustellen, den niemand ernst nehmen kann. Das Publikum leide mit Hatler, weil er mit seinem Aussehen gestraft sei, weil er nicht mal seine Sprechweise in den Griff kriege, sagt Herbst über seine Figur.

    Am Ende wird es dann richtig romantisch, wenn das ganze Team in den Ohrwurm der britischen Ska-Band «Madness» einstimmt: «It Must Be Love». Und wer bedauert, dass der Film zu Ende ist, kann sich auf einen dritten Teil freuen, den die Filmemacher bereits im Abspann ankündigen: «Triple Wixx».

    Cordula Dieckmann, dpa

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