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  • Kritik: Mit BikerTravolta saumäßig unterwegs

    Was tun Männer in einem bestimmten Alter gemeinhin, wenn sie feststellen, dass das Leben an ihnen vorbeizulaufen droht? Sie nehmen sich - wenn sie in festen Händen sind - eine Geliebte.

    Oder sie setzen sich, wie in Walt Beckers Biker-Komödie «Born to be wild - Saumäßig unterwegs», auf ihre Harleys und düsen gemeinsam mit ihren Kumpels in den Sonnenuntergang. John Travolta, William H. Macy, Tim Allen und Martin Lawrence spielen vier Freunde in der Midlife-Crisis. Einer von ihnen stellt eines Tages die Frage aller Fragen: «Wachst du auch manchmal morgens auf und fragst dich, was aus deinem Leben geworden ist?» Solche philosophischen Themen verquickt Becker mit an einigen Stellen gar slapstickartiger Komik.

    Eigentlich geht es keinem der vier wirklich gut. Entweder sie sind Pantoffelhelden mit Bauchansatz, werden vom eigenen Sohn gedemütigt, sind in Sachen Frauen die absoluten Nieten oder wurden verlassen und stehen vor dem finanziellen Ruin wie Woody (John Travolta). Der verheimlicht sein Schicksal seinen Freunden, überredet sie dafür zu einer Biker-Revival-Tour an die Westküste: Als «Wild Hogs» - so auch der Originaltitel des Films - wollen sie die Straßen unsicher machen.

    Ohne Handy, GPS und andere Annehmlichkeiten der Zivilisation. Natürlich läuft das alles nicht so glatt, wie es sich die Outdoor-Romantiker vorgestellt haben. Vom abgefackelten Zelt bis hin zur FKK-Begegnung mit einem schwulen Ranger wartet die Komödie mit allerlei mehr oder minder müden Gags auf. Und dann sind da noch die «echten» Rocker: die «Del Fuegos», deren Anführer Jack (Ray Liotta) ungleich mehr und finsterere Tätowierungen vorzuweisen hat als die vier Freunde. Mit denen legen sich Woody und Co ungeschickter Weise an.

    Abseits der Kinoleinwand war nun ausgerechnet Ray Liotta der absolute Harley-Novize. «Jeder, mit dem ich unterwegs war, war so erfahren, und alle sagten, "fahr schneller, fahr schneller". Aber das ging gar nicht. Ich fahre gemütlich durch meine Nachbarschaft und übe fleißig,» sagte er bei der Premiere des Films in München. Dort sorgten die Schauspieler mit einem Corso der chromglänzenden Kult-Motorräder für Aufsehen.

    Tim Allen, der vor allem mit Kinderfilmen wie «Santa Claus» oder «Shaggy Dog - hör mal, wer da bellt» bekannt wurde, gestand, die Dreharbeiten hätten für ihn einen besonderen Reiz gehabt: «Es war ein großer Spaß, weil keine Kinder dabei waren, nur erwachsene Kinder.» Dass Ray Liotta den Part des «Bösen» hatte, störte ihn selbst nicht im Geringsten: «Wenn du die bösen Jungs spielst, erinnern sich die Leute an dich.» Alles in allem bleibt aber John Travolta als «leader of the gang» der herausragende Star dieser Komödie.

    An einigen Stellen blitzt so etwas wie Selbstironie auf - dann zeigt sich der Film von seiner stärksten Seite. Oft aber bleibt «Born to be wild - Saumäßig unterwegs» so peinlich wie der deutsche Titel. Das US-Publikum hat das nicht gestört: Am Startwochenende eroberte der Streifen prompt die Top-Position der US-Charts und spielte umgerechnet 29 Millionen Dollar ein.

    Sonja Puhl, dpa

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