40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Michelle Pfeiffer
  • Kritik: Michelle Pfeiffer

    Eine überfüllte Hotellobby in Chicago im Jahr 1988: Die dreifache Mutter Beth Cappadora (Michelle Pfeiffer) reist mit ihren Kindern zu einem Klassentreffen an. Um in dem Gewimmel alter Schulkameraden in Ruhe einchecken zu können, drückt sie ihr Baby einer Freundin in die Arme. Auf den drei Jahre alten Ben soll der siebenjährige Vincent aufpassen. Doch als Beth nach wenigen Minuten zurückkehrt, ist Ben spurlos verschwunden.

    Das Kind ist offenbar entführt worden. Unter Leitung einer Polizistin (Whoopi Goldberg) beginnt die Großfahndung nach dem Dreijährigen. Der Regisseur Ulu Grosbard, der sich in den USA vor allem mit Theaterinszenierungen einen Namen gemacht hat, zeichnet mit "Tief wie der Ozean" ein Familiendrama um Schuldgefühle und enttäuschte Hoffnungen.

    Ben bleibt für Jahre verschwunden. Die Ehe von Beth und ihrem Mann Pat (Treat Williams) gerät unterdessen zunehmend in Turbulenzen. Sie flüchtet sich in Psychopharmaka und vernachlässigt über ihrem Schmerz mehr und mehr ihre anderen beiden Kinder. Doch neun Jahre später steht der etwa zwölf Jahre alte Nachbarsjunge Sam vor der Tür und bietet seine Dienste als Gartenhelfer an. Beth ist sich sicher: Sam ist in Wahrheit ihr entführter Sohn. Und sie will ihn um jeden Preis zurück.

    Sie fotografiert den Jungen heimlich, lässt dessen Fingerabdrücke mit denen ihres verschwundenen Sohnes vergleichen und kommt gemeinsam mit der Polizistin Candy zu dem Schluss: Sam ist Ben. Bald ist auch der neue angebliche Vater des Jungen gefunden: Er hat ihn ahnungslos in dem Glauben groß gezogen, das Kind sei der Sohn seiner mittlerweile gestorbenen Frau. Die psychisch kranke Frau hatte das Kind damals aus der Hotelhalle entführt.

    In der Geschichte sind spannende Psychodramen angelegt, die Grosbard recht oberflächlich erzählt. Michelle Pfeiffer gibt überzeugend eine launisch-verzweifelte Frau, den anderen Schauspielern aber bleibt kaum Raum, die Seelentiefe ihrer Figuren auszuloten. Strikt chronologisch hetzt der Film durch die Episoden, viele Figuren, vor allem die des kleinen Sam, bleiben dabei unscharf. Warum der Junge sich am Ende doch gegen den Ziehvater entschließt - der Zuschauer wird dafür keine befriedigende Erklärung finden. Außer vielleicht die, dass ein Happy End eben zu einer großen Hollywood- Produktion gehört.

    Katja Kullmann, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

    E-Mail

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    5°C - 9°C
    Montag

    3°C - 8°C
    Dienstag

    2°C - 6°C
    Mittwoch

    3°C - 7°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!