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  • Kritik: Michael Douglas glänzt als reicher Widerling

    Der eine Mann ist älter und reich, aber ein verdammt unsympathischer Geselle. Die Frau ist jung, schön und unzufrieden. Der andere Mann ist jünger und arm, aber sehr attraktiv für unzufriedene junge Frauen. Diese Konstellation bürgt für Spannung, Sex, Geheimnisse und manchmal auch für unnatürliche Todesfälle. Davon erzählt der von Andrew Davis inszenierte Film "Ein perfekter Mord", der ab dem 22. Oktober in den deutschen Kinos anläuft.

    Einmal mehr hat Hollywoods Filmfabrik mit diesem 105minütigen Streifen einen alten Hit, nämlich Alfred Hitchcocks Klassiker "Bei Anruf Mord", in neuem Gewand wiederaufbereitet. Das Ergebnis läßt sich sehen. Doch so aufregend wie das nervenzerfetzende Original aus dem Jahr 1954 mit Grace Kelly ist "Ein perfekter Mord" trotz der verschwenderischen Demonstration modernster Kommunikationstechnik nicht geraten.

    Dabei ist die Geschichte noch immer wirkungsvoll: Steven Taylor, mit wahrer Lust am Bösen gespielt von Idealbesetzung Michael Douglas, ist ein mit allen Wassern gewaschener Börsenhai in Manhattan, der zusammen mit seiner reizenden jungen Frau Emily (Gwyneth Paltrow) dort in großem Luxus lebt. Da zu viel Wohlstand langweilt, verbringt Emily ihre Nachmittage im Bett des langhaarigen, muskulösen Malers David (Viggo Mortensen). Auf die Dauer bleibt dieses amouröse Abenteuer dem mißtrauischen Ehemann nicht verborgen. Und Steven erfährt auch von der kriminellen Vergangenheit des Liebhabers seiner Frau.

    Dieses Wissen läßt den in Wirklichkeit längst hochverschuldeten Geldmann einen teuflischen Plan schmieden, dessen Realisierung mit einem Schlag von allen Problemen befreien soll. Aber was erfahrenen Kriminalbeamten wohlbekannt ist, nämlich eine gar nicht so geringe Dunkelziffer nie entdeckter und nie gesühnter, also "perfekter" Morde, das darf im Kino schon deshalb nicht sein, weil das Publikum wenigstens dort das Böse bestraft sehen möchte. Bis es aber soweit kommt, wird beträchtliches Raffinement aufgewandt, um ein Verbrechen zu inszenieren, bei dem der Mörder dank virtuoser Handhabung seiner Handys sich nicht mit dem Blut des Opfers zu besudeln hofft.

    Daß dann doch alles ganz anders kommt, war zu erwarten und ist doch nicht ohne unterhaltsame Überraschungseffekte. Hierbei haben Regisseur Davis und Drehbuchautor Patrick Smith Kelly gute Arbeit geleistet und das Original um einige zusätzliche Spannungswindungen bereichert, die den Zuschauern gefallen sollten. Hervorzuheben ist die sorgfältig gewählte Ausstattung des Films, die fein abgestimmt ist auf die brüchige psychologische Konstellation der drei Hauptakteure. Von denen hinterläßt neben dem souveränen Douglas die derzeit vielbeschäftigte Gwyneth Paltrow den besten Eindruck.

    Es ist nicht eben einfach für die große, immer noch mädchenhafte Schauspielerin, sich in einer der Paraderollen der unvergessenen Grace Kelly zu behaupten. Doch obwohl sie rein von ihrem nüchternen, modernen Typ her gewisse Schwierigkeiten hat, eine leidenschaftliche Ehebrecherin glaubhaft zu machen, ist Gwyneth Paltrow dann hervorragend, wenn sie die Naive oder die Gedemütigte spielt. Der attraktive Mortensen ist kein gleichwertiger Gegenspieler zu Douglas, der profilierte britische Mime David Suchet als Inspektor arabischer Abkunft hat eine zu kleine Rolle, um sein wahres Können zu zeigen. "Ein perfekter Mord" ist insgesamt akzeptables, aber keineswegs perfektes Unterhaltungskino.

    Wolfgang Hübner, AP

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