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  • Kritik: Melancholisches Rührstück mit Ben Becker

    Mai (Isabella Parkinson) ist jung und hoffnungslos in den Freund ihrer besten Freundin verliebt. Gregor (Ben Becker) ist Radiomoderator und hat mit der Welt abgeschlossen, weil ihn die Liebe seines Lebens verlassen hat. Mai und Gregor leben in Berlin und zerbrechen beinahe an ihrer Einsamkeit. Der Film "Frau2 sucht HappyEnd" erzählt die Geschichte der beiden Lonestars im verregneten Berlin.

    Über Internet-Chat lernen sich die beiden kennen - der Filmtitel resultiert aus den Chat-Namen. Aus innerer Verzweiflung heraus lassen sie sich auf eine virtuelle Beziehung ein - und gewinnen: Es nimmt doch noch ein gutes Ende mit ihnen.

    Dabei fängt alles recht zufällig an: Während eines Beinahe- Autounfalls hört Mai den melancholischen Song "How Can We Hang On To A Dream" von Linda Carriere im Radio - ein schicksalsträchtiger Moment, der ihr das Lied ins Gedächtnis eingräbt. Um den Song wieder im Radio zu hören, kontaktiert sie Moderator Gregor per E-Mail, und die Geschichte nimmt schicksalhaft ihren Lauf. Das melancholische Chanson ist typisch für den gesamten Film: Melancholie ist der rote Faden, ist das, was der 30-jährige Regisseur Edward Berger in seinem zweiten abendfüllenden Film vermitteln möchte.

    Zusammen mit Kameramann Gero Steffen ("Knockin' on Heaven's Door") fing Berger alte Blickwinkel Berlins neu ein und mischte sie zu einer Sinfonie einfühlsamer Bilder. Hauptdarstellerin Isabella Parkinson gefällt sich in der Rolle der romantischen Mai, die fest an die Macht der Liebe, aber nicht ans Schicksal glaubt: "Ich bin auch privat eher der aktive Typ und gehe Probleme direkt an", sagt sie lächelnd. Ihren Traummann habe sie - anders als im Film - aber schon gefunden. "Berlin ist mit seinen zahllosen, unüberschaubaren Plätzchen einfach ideal für die Geschichte. Man bekommt zeitgleich Sehnsucht und wird melancholisch", meint die 30-jährige gebürtige Brasilianerin. "Das hat auch viel mit Traurigkeit zu tun, die man nicht erklären kann, sondern die einfach da ist."

    Lebemann Ben Becker, der sich gerne, oft und fröhlich in der Öffentlichkeit präsentiert, überrascht in "Frau2 sucht HappyEnd" als zumeist griesgrämiger Brummbär, den die Melancholie zu vernichten droht. Gregors verschmähte Liebe zur erfolgreichen Sängerin Lea (Sabrina Setlur), die nun ohne ihn Karriere machen möchte (Setlur ist im Film nur kurz in natura zu sehen), schwebt wie die dunklen Wolken am Himmel Berlins über der gesamten Szenerie. Doch zeigt der verschlossene Gregor am Ende wenigstens einmal offen Gefühle, der Funke springt über, und der Film wird zu einem gelungenen Rührstück.

    Leif Kramp, dpa

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