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  • Kritik: Mel Gibsons knallharte Abrechnung

    Der Gangster Porter (Mel Gibson) ist schon am Anfang des Films am Ende. Mit einer rostigen Pinzette, die zur Sterilisation in ein Glas Whiskey getaucht wird, läßt er sich notdürftig eine Kugel aus dem Rücken entfernen.

    Schuld an dieser mißlichen Lage ist sein ehemaliger Komplize Val (Gregg Henry), der versucht hat, ihm alles zu nehmen: sein Geld, seine Frau, sein Leben. Jetzt ist Porter am Zug, um mit ihm abzurechnen. "Payback" ist der Titel und zugleich das Motto dieses US-Thrillers, mit dem der oscar- gekrönte Drehbuch-Autor Brian Helgeland ( "L. A. Confidential") sein Regie-Debüt gibt: spannungsgeladen, spektakulär, spritzig. Am Donnerstag (11.3.) kommt der Streifen in die deutschen Kinos.

    Ursprünglich hatte Brian Helgeland "Payback" frei nach John Boormans Film-Noir-Klassiker "Point Black" aus dem Jahre 1967 als Low-Budget-Produktion geplant. Doch bei den Dreharbeiten zu "Fletchers's Visionen" erfuhr Mel Gibson von dem Vorhaben des Autors. Er bot ihm an, "Payback" mit seiner eigenen Firma Icon Productions für ein wesentlich höheres Budget zu produzieren, vertraute ihm die Regie an und übernahm selbst die Hauptrolle. Damit saß Mel Gibson allerdings auch am längeren Hebel. Nach der ersten Schnittfassung setzte er gegen Helgelands Willen einen Nachdreh mit einem anderen Regisseur durch, der ihm schließlich das gewünschtes Ende dieses Thrillers bescherte.

    In "Payback" verkörpert "Lethal Weapon"-Star Mel Gibson einen abgeklärten Typen, der nichts mehr zu verlieren hat. Nachdem ihn seine Frau (Deborah Kara Unger) zusammen mit seinem Partner niedergeschossen und um 70.000 Dollar geprellt hat, kennt er weder Angst noch Skrupel. Von Rache und Haß getrieben kehrt er in die Stadt zurück, die genauso finster wirkt wie seine Stimmung: ein düsterer Moloch, der nur aus ärmlichen Hinterhöfen und geschmacklosen Absteigen der Unterwelt besteht. Mit Hilfe seiner alten Freundin Rosie (Maria Bello), die inwischen zum Edel-Callgirl aufgestiegen ist, tastet er sich langsam an das Verbrechersyndikat heran.

    Es gelingt ihm zwar, Val mit einem gezielten Kopfschuß durch ein Kissen zu erledigen, doch seine Rechnung bleibt weiterhin offen. Denn seinen Anteil haben die Paten des Syndikats kassiert. Aber Porter will sein Geld zurück, koste es, was wolle. Schon bald müssen Vals neue Bosse (William Devane, James Coburn, Kris Kristofferson) eine schmerzliche Erfahrung machen: Wer Porter kaltmachen will, sollte sicherstellen, daß er auch tot ist. Mit seiner Magnum schießt er kompromißlos alles über den Haufen, was ihm in die Quere kommt.

    Im Gegensatz zu früheren Mel Gibson-Filmen spielt der Schauspieler in "Payback" diesmal nicht den Helden. Als desillusionierter Zyniker in einer kaputten Welt, in der alle Männer Killer, alle Frauen Huren und alle Cops korrupt sind, ist er auch nicht besser als seine Gegner. Wie schon den Thriller "L. A. Confidential" hat Brian Helgeland auch "Payback" als eine rasante Revue explosiver Grausamkeiten angelegt, die jedoch durch den schwarzen Humor streckenweise sogar comic-ähnliche Züge aufweist.

    Birgit Heidsiek, dpa

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