40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Matthau und Lemmon im "Dritten Frühling"
  • Kritik: Matthau und Lemmon im "Dritten Frühling"

    Hamburg (dpa). Alt und grimmig sind sie geworden, und das macht sie unwiderstehlich. Jack Lemmon und Walter Matthau, seit 30 Jahren eingespieltes und vielfach preisgekröntes Team, treten in "Der dritte Frühling" wieder zum Alt-Herren-Doppel an. Schon 1993 landeten sie als "Ein verrücktes Paar" damit einen Erfolg - der Film wurde mit 140 Millionen Dollar Umsatz zum US-Überraschungshit der Weihnachtssaison. Jetzt spielen sich die beiden im Nachfolgefilm als kauzig-verbiesterte Nachbarn erneut Pointen-Bälle zu. Die US-Komödie, bei der auch eine gereift-witzige Sophia Loren ihren Einstand gibt, kommt am 2. Mai in die deutschen Kinos.

    Was tun zwei alte, verfeindete Hobby-Angler, die um ihre Jagdgründe fürchten? Sie raufen sich notgedrungen zusammen - und verbünden ihre Kräfte, die sie sonst in hitzköpfigen Duellen und Sabotageattacken aufzehren, gegen die personifizierte Gefahr: Sophia Loren alias Maria Ragetti. Sie will im verlassenen Bootshaus des beschaulichen Fischweihers ein italienisches Restaurant eröffnen. Und da sowohl Maria als auch ihre Mutter mit italienischer Leidenschaft zu Werke gehen, ist der Kampf der Dickköpfe vorprogrammiert - ebenso wie die Liebesgeschichte, die sich zwischen Max (Matthau) und Maria (Loren) anbahnt.

    Zwar ist das Tempo dem fortgeschrittenen Alter der beiden großen alten Herren der US-Komödie angepaßt, doch verhilft die Liebe noch zu manch behenden Sprüngen. Matthaus Tanzeinlage nach der ersten Nacht mit Maria macht Travoltas "Nightfever" Konkurrenz und läßt die quirlige Vergangenheit des Komiker-Duos aufleben.

    Bereits 1966 lieferten die beiden in Billy Wilders "Der Glückspilz" erfolgreich ihren Einstand, der Matthau prompt einen "Oscar" einbrachte. Gefeiert wurden Matthau und der zweifache "Oscar"-Preisträger Lemmon, der den "Goldenen Bären" der Berlinale für sein Lebenswerk erhielt, aber auch für Wilders rasante Zeitungsstory "Extrablatt" (1974). Darin mimt Lemmon den rasenden Reporter unter der Fuchtel seines sensationslüsternen Zeitungschefs (Matthau). Es folgten "Buddy Buddy" (1981) und schließlich "Die Grasharfe" (1995).

    "Der dritte Frühling" ist ein Beispiel dafür, daß Fortsetzungen nicht notwendigerweise zum faden Abklatsch werden müssen. Regisseur Howard Deutch schneidert seinen liebenswert-verschrobenen Helden die Rollen auf den Leib. Matthau und Lemmon spielen sich selbst, Sophia Loren nimmt ihr Image als rassige Vollblut-Frau mit Augenzwinkern - und liebenswerten Augenfalten - auf die Schippe.

    Ein bißchen Kitsch darf ruhig sein, denn der Spaß an der Geschichte um einen Monster-Wels, späte und junge Liebe, ist den Schauspielern anzumerken. Und das nicht nur beim Abspann: Hier wurden die originellsten Szenen-Flops der Dreharbeiten aneinandergeschnitten und das treffsichere Doppel Lemmon/Matthau stellt sein Komikertalent erneut unter Beweis. Aufschlag und Punkt.

    : Von Andrea Barthelemy, dpa

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    -5°C - 4°C
    Montag

    -2°C - 4°C
    Dienstag

    0°C - 4°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!