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  • Kritik: "Marvins Töchter" - Rührendes Familiendrama um

    Hamburg (dpa) - Ein Leben voller Liebe kann auch darin bestehen, daß man reichlich Liebe gibt, ohne welche zurückzuerhalten. Das ist die Botschaft in Jerry Zaks' Film "Marvins Töchter", der an diesem Donnerstag in die Kinos kommt.

    Drehbuchautor Scott McPherson, von dem auch das zugrundeliegende Theaterstück stammt, erzählt auch die Geschichte seiner eigenen Familie. Seine Mutter und eine Tante pflegten jahrelang die an Krebs und Parkinson erkrankten Großeltern, McPherson kümmerte sich um seinen HIV-positiven Freund und starb 1992 selbst an Aids. Bei aller Tragik hält das Stück jedoch auch ungezählte komische Momente bereit, deren Umsetzung in dem Film allerdings mitunter etwas aufgesetzt wirkt.

    Seit über 20 Jahren pflegt Bessie (Diane Keaton) aufopferungsvoll ihren sterbenden Vater Marvin (Hume Cronyn). "Er läßt sich Zeit, damit ich nichts verpasse", sagt sie. Die jüngere Schwester Lee (Meryl Streep) wollte sich damals von der Krankheit des Vaters nicht die Lebensplanung versauen lassen und war frühzeitig weggezogen. Die Schwestern haben 20 Jahre nichts voneinander gehört. Doch eines Tages erfährt Bessie von ihrem Arzt (Robert de Niro), daß sie Leukämie hat. Nur die Knochenmarkspende eines nahen Verwandten kann sie retten. Verzweifelt bittet Bessie ihre Schwester um Hilfe. Die harte und reizbare Lee macht sich unwillig und nervös mit ihren beiden Söhnen (Leonardo DiCaprio und Hal Scardino) auf den Weg von Ohio nach Florida.

    Die Schwestern waren einander nie nahe, und so kommen bei ihrer Begegnung alte Enttäuschungen und aufgestaute Fragen hoch. "Bist Du wirklich so alt?", fragt Bessie ihre Schwester bei deren Ankunft entgeistert, "wie alt bin ich denn dann?" Erst ganz allmählich nähern sich die Frauen einander wieder und entwickeln schließlich ein nie dagewesenes Verständnis füreinander - begleitet von allerhand Druck auf die Tränendrüse und zu einem Soundtrack von zum Teil sirupartiger Süße.

    Mit ihrer sanften und verständnisvollen Art gelingt es Bessie in kurzer Zeit, eine Beziehung zu dem schwierigen älteren Sohn ihrer Schwester aufzubauen, und so steht einer Art Happy End nichts mehr im Wege. Leonardo DiCaprio liefert eine darstellerische Glanzleistung von großer Sensibilität. Auch Diane Keaton beeindruckt als krebskranke Bessie, die mit schier unendlicher Kraft und Güte noch Trost und Heiterkeit spendet, als sie selbst bereits den Tod vor Augen hat.

    Von Fatina Keilani, dpa

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